Wirtschaft
18.07.2017

„Ich glaube ich habe eine Schraube locker“

Merkur verfolgt innovative Technologien und hat nun ein Pilot-Projekt gestartet: Der Roboter Pepper soll zukünftig die Kunden im Markt begrüßen und informieren.

„Hallo! Ich bin Pepper, ein humanoider Roboter und 1,20 Meter groß. Ich wiege 28 Kilo, aber wie alt ich bin, wirst du nicht erfahren, denn das fragt man eine Dame nicht“, mit diesem Spruch werden Merkur Kunden zukünftig begrüßt. Die Supermarkt-Kette hat am Montag den Roboter „Pepper“ vorgestellt. Ihre Aufgaben sind: Kunden zu begrüßen und über Rabatte informieren. Koch-Begeisterten bietet sie Rezepte und dazu passende Einkaufslisten. Mit Hilfe eines QR-Codes können diese unmittelbar auf das Handy übertragen und mitgenommen werden. Insgesamt drei Roboter werden eingesetzt. Der Merkur-Markt in der Speisinger Straße in Wien ist ein fixer Standort. Die anderen beiden touren durch die Märkte Österreichs.

Auf der EuroShop-Messe in Düsseldorf im März dieses Jahres ist der Merkur Vorstand erstmals auf Pepper getroffen. „Wir haben uns in Pepper verliebt“, schwärmt die Vorstands-Vorsitzende Kerstin Neumayer. Die Integration der kleinen, mechanischen Assistentin in die Merkur-Familie basiere auf drei Hintergrund-Gedanken: Merkur ist ein innovatives Unternehmen und folgt neuen Trends. Den Kunden soll Neues geboten und Freude bereitet werden. Außerdem zählt für den Vorstand auch die Unterstützung innovativer Jungunternehmer.

Der Merkur-Vorstand betont, dass durch den Roboter keinesfalls Mitarbeiter ersetzt werden sollen. Pepper sei ein Zusatzprodukt. „Man sieht er kann nicht an der Kassa sitzen, oder hinter der Feinkost stehen und Wurst aufschneiden. Alles was unsere Mitarbeiter leisten, das ist nichts was Pepper leisten könnte“, bekräftigt Neumayer.

Die Hardware stammt aus Frankreich, wo Pepper schon stärker in die Geschäftswelt integriert ist. Die französische Supermarkt-Kette Carrefour und der Autohersteller Renault setzen den Roboter in ihren Geschäften ein. Auch auf den Kreuzfahrtschiffen von Aida ist Pepper zu finden. Die Gäste werden auf Deutsch, Englisch oder Italienisch unterhalten: denn Pepper erzählt Witze, tanzt und ahmt Tiere nach.

Die Software wurde von dem Start-Up Humanizing Technologies (HT) entwickelt. Dimitrios Prodromou (HT) erzählt außerdem von ganz anderen Einsatzmöglichkeiten: In Altersheimen unterstützt Pepper Demenz-Kranke im Frühstadium: Memory Spielen, Gehirn-Jogging und Gymnastikübungen. Von den Leuten sei dies sehr positiv angenommen worden.