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Balkan-Töchter
12/15/2014

Hypo: Chinesen unterbreiten "unwiderstehliches Angebot"

Chinesische Gruppe überbietet die Konkurrenz und will trotz Verspätung noch in die Ausschreibung aufgenommen werden.

von Irmgard Kischko

Die staatliche China Energy Reserve & Chemicals Group lässt nicht locker: Im November ist sie mit ihren Ansinnen, die Südosteuropa-Töchter der staatlichen Hypo Alpe-Adria zu kaufen, abgeblitzt, weil die Angebotsfrist längst abgelaufen war. Am Montag unternahm sie einen neuen Anlauf und schickte ihr Offert "per eingeschriebenem Brief" an den Verkäufer, die staatliche Fimbag.

Die Chinesen haben Grund zur Annahme, dass ihr Offert nicht einfach übergangen werden könne. Immerhin bieten sie für die sechs Balkan-Banken bis zu 350 Millionen Euro und damit um zumindest 40 Millionen Euro mehr als die Konkurrenz. Das Wichtigste aber ist, dass die chinesische Gruppe der der Republik Österreich gehörenden Hypo International jene 2,2 Milliarden Euro an Finanzierungen sofort ersetzen will, die in den Balkan-Banken stecken. Die 2,2 Milliarden Euro könnten damit ins Budget fließen. "Für unwiderstehlich" halten die Chinesen daher ihr Offert.

Noch aber bleibt das Finanzministerium hart. "Das Angebot ist nicht fristgerecht eingereicht worden", heißt es dort. Laut EU-Vorgaben müsse die Ausschreibung offen und diskriminierungsfrei ablaufen. Bei einer plötzlichen Änderung der Angebotsfrist könnten die Bieter, die zeitgerecht kamen, klagen.

Diese Aussage freilich wollen die Chinesen nicht gelten lassen. Zu oft schon seien die Ausschreibungsbedingungen für die Hypo-Töchter verändert worden, kontern sie. Die Deutsche Bank, die von der Republik Österreich eingesetzt wurde, um den Verkaufsprozess zu koordinieren, habe der chinesischen Gruppe per E-Mail wissen lassen, dass sie eigentlich bis 9. Mai 2013 hätte einreichen müssen.

EU-Verfahren

Und noch ein Ass halten die Chinesen im Ärmel: Sie glauben, der Republik Österreich ein EU-Verfahren ersparen zu können. Die 2,2 Milliarden Euro, die in den Balkan-Töchtern stecken, könnten nämlich als staatliche Beihilfe gewertet werden. Die Hypo-Töchter müssten dafür viel weniger Zinsen zahlen, weil es von der staatlichen Hypo international komme.

Die anderen Bieter, der US-Fonds Advent, die russische VTB mit dem bulgarischen Investor Denis Barekov und die Expo Bank aus Kasachstan hingegen würden dieses staatlich abgesicherte Geld erst nach Jahren zurückzahlen. Damit ersparen sie sich viel Geld, weil eine Mittelaufnahme am Balkan viel teurer käme.

Eigentlich wollte das Finanzministerium bis Weihnachten die Hypo-Töchter verkauft haben. Das scheint jetzt höchst unwahrscheinlich.

MAPS: Bayern verlieren

Die Bayerische Landesbank hat indes am Handelsgericht Wien den richtungsweisenden Zivilprozess gegen die Mitarbeiter-Privatstiftung (MAPS) der Hypo verloren. Es ging um Aktienverträge, die bei deren Übernahme abgeschlossen wurden - mehr dazu hier.

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