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Wettbewerbsbehörde
06/26/2014

Hotel-Buchungsportale im Visier der BWB

Behörde untersucht wegen Bestpreisklauseln. Probleme auch bei den Mobilfunkern.

von Irmgard Kischko, Anita Staudacher

Viele Österreicher, die ihren Urlaub im Netz buchen, kennen sie gut: Buchungsplattformen wie booking.com oder HRS. Diese Portale mit ihren Bestpreisgarantien für Hotels erregen nun den Unmut der Wettbewerbshüter.

Die deutsche Kartellbehörde hat den dortigen Marktführer HRS bereits zwei Mal abgemahnt. Jetzt beginnen auch die österreichischen Wettbewerbshüter mit Untersuchungen. Im Zentrum steht hier zu Lande booking.com. "Es könnte sich um rechtswidrige Preisbindungen handeln", sagt Theodor Thanner, Chef der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB). Mit solchen Bestpreisklauseln können Hotels gezwungen werden, ihre Angebote exklusiv auf eine einzige Plattform zu stellen. Billigere Offerte an Gäste würden unterbunden, lautet der Verdacht.

Mobilfunk

Ein Dorn im Auge der Wettbewerbsbehörde ist auch so manche Praxis am heimischen Telekom-Markt, den sie nun genauer untersuchen will. Anlass dafür ist die Behinderung sogenannter virtueller Netzbetreiber (MVNO), also Mobilfunk-Diskonter, die ohne Infrastruktur auf den Markt kommen und daher ins Netz der drei heimischen Anbieter A1, T-Mobile und Hutchison (Drei) müssen. Die festgestellten Behinderung der Netz-Nutzung sei inzwischen abgestellt, sagte Thanner. Er will allerdings, dass der neue beherrschende Eigentümer der Telekom Austria, America Movil, "ein Commitment abgebe", solche Marktbehinderungen zu unterlassen. Dies sei allerdings bisher nicht geschehen, betonte der BWB-Chef.

Schon die Fusion zwischen Orange und Drei und der Verkauf der Diskontmarke Yesss! sei nur unter der Bedingung genehmigt worden, den virtuellen Anbietern den Start zu ermöglichen. So muss Drei in den nächsten zehn Jahren bis zu 16 MVNO in ihr Netz lassen. "Die Auflagen waren bisher wirkungslos", sagte Thanner. Es gebe bei den Auflagen leider keine Möglichkeit für Sanktionen.

Drei-Chef Jan Trionow geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2014 die ersten MVNO an den Start gehen. Bisher haben mit UPC, Mass Response und Ventocom von Ex-Orange-Chef Michael Krammer drei Anbieter eine Lizenz gelöst. Ventocom dürfte mit dem Diskonter Hofer kooperieren, der den Vertrag mit A1 kündigte. "MVNO macht nur Sinn mit einem starken Retail-Bereich im Hintergrund", sagt Trionow.

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