Wirtschaft
15.03.2016

Heta: Einbruch in Tochterfirma, Laptops gestohlen

Indes soll Interessent mehr als 350 Millionen Euro für Balkan-Immobilien der Heta-Tochter Centrice bieten.

Der Verkauf der Centrice Real Estate GmbH, der Balkan-Immobilien-Tochter der Hypo- Bad-Bank Heta, steht kurz vor dem Abschluss. Am Freitag vor einer Woche mussten die Interessenten ihre verbindlichen Angebote bei der Investmentbank Citigroup Global Markets in London abliefern. Indes kam es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche zu einem brisanten Vorfall. In die Büroräume der Centrice in der Wiener Liechtensteinstraße wurde eingebrochen. Dabei sollen mehrere Laptops gestohlen worden sein.

Laptops weg

"Die Türe ist aufgebrochen worden, es waren auch alle Kästen offen", bestätigt Roman Hahslinger von der Wiener Polizei dem KURIER. Eine genaue Liste der gestohlenen Gegenstände soll der Polizei erst nachgereicht werden. Die Büros der Centrice verfügen aber weder über eine Alarmanlage noch über eine Videoüberwachung. Laut Heta-Sprecher Alfred Autischer wurden nur zirka 300 Euro und zwei Laptops gestohlen. Die Daten darauf seien verschlüsselt und es hätten sich keine Verkaufsunterlagen auf den Laptops befunden. Autischer schließt einen Zusammenhang zwischen dem Einbruch und dem Bieterverfahren aus.

"Am Freitag geht der Verkauf in die Schlussrunde, am Dienstag wird die Bude ausgeräumt, das kann doch kein Zufall sein", sagt ein Insider zum KURIER. "Eine Erklärung wäre, dass dort womöglich früher abgezockt wurde. Wir haben unter anderem gehört, dass Dienstleister Leistungen abgerechnet haben sollen, die sie angeblich nicht erbracht haben."

Ein Bestbieter?

In der ersten Anbotsrunde gab es etwa 25 potenzielle Interessenten für die Centrice (vormals Probus). Sie ist Eigentümerin von 31 Handelsimmobilien (Einkaufszentren) und Bürogebäuden auf dem Balkan, davon sind 23 in Slowenien und fünf in Kroatien. Gesamte Nutzfläche: 339.000 Quadratmeter.

Die Investoren

Jetzt, in der Schlussrunde, soll nur noch eine Handvoll Investoren übrig geblieben sein. Laut KURIER-Informationen gehören dazu: der US-Finanzinvestor Lone Star, die Investmentbank Goldman Sachs sowie der britische Osteuropa-Investor Revetas Capital gemeinsam mit den österreichischen Unternehmern Hanno Soravia und Michael Tojner. In Branchenkreisen wird kolportiert, dass derzeit mit einem Investor, der angeblich Bestbieter ist, verhandelt werde. Dem Vernehmen nach soll dieser deutlich mehr als 350 Millionen Euro für das Centrice-Portfolio bieten. Einen solchen Betrag halten Branchenkenner für auffällig hoch.

Weniger geboten

Die Angebote der anderen Investoren sollen zwischen 300 Millionen bis 320 Millionen Euro liegen. Laut Insidern hat das Centrice-Paket angeblich zwei Schwächen: Einerseits soll der Leerstand mit knapp 17 Prozent der Flächen relativ hoch sein. Andererseits gibt es zwischen den Mieteinnahmen (37,3 Millionen Euro) und dem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (28,6 Millionen Euro) eine auffällige Differenz. Diese sollte eigentlich nur wenige Prozent betragen.

Detail am Rande: Seit Montag sucht die Centrice-Geschäftsführung einen "neuen Assistenten/In mit Zusatzaufgaben" für die Bereiche Bauwesen, Immobilien und Gebäudetechnik.