Wirtschaft
03/16/2017

Hervorragende Geschäfte

Die Kranfirmen Prangl und Felbermayr sind Schwergewichte im Match um Aufträge.

von Kid Möchel

Höher, größer, schwerer, schwieriger – die Superlative prägen die Geschäfte der Hebetechnik- und Spezialtransport-Branche. Mit Schwerlast-Kränen werden bis zu 100 Meter hohe Windräder aufgestellt, Tonnen schwere Industrieanlagen werden Zentimeter genau auf Großbaustellen abgeladen und sogar Eisenbahn-Triebwagen werden über Land zur Reparatur in die Werkstätte geschleppt. Zwei österreichische Familienunternehmen dominieren diese herausragende Branche: der Welser Konzern Felbermayr, bekannt durch seine leuchtend blau lackierten Groß-Geräte, und die Wiener Firma Prangl mit ihrem in Dottergelb gehaltenen Spezialfuhrpark. Felbermayr wird bereits von dritter Generation geführt, Prangl von zweiter.

Beide Firmen haben außergewöhnliche Kolosse in ihrem Fuhrpark. Felbermayr gehört ein Liebeherr Raupen-Kran LR1100, der eine Traglast von bis zu 1000 Tonnen hieven kann. Prangl hat den mobilen Teleskopkran PTK 1000 im Einsatz, dessen kräftiger Hydraulikarm 100 Meter ausziehbar ist.

Weiträumige Straßen

Damit letzteres Gefährt, das 108 Tonnen schwer, drei Meter breit und 22 Meter lang ist, überhaupt die neue Prangl-Firmenzentrale in Wien-Liesing ansteuern kann, haben der Autobahnbetreiber Asfinag und die Stadt Wien die Zufahrtstraßen und den Anschluss an die Schnellstraße S1 großzügig ausgebaut.

Einen Steinwurf vom neuen 6,7 Hektar umfassenden Prangl-Areal hat auch der Hebebühnen-Vermieter Maltech seinen Sitz. Maltech ist aber wesentlich kleiner. "Wir sind wahrscheinlich im Bereich Arbeitsbühnen die größten", sagt der 43-jährige Firmenchef Christian Prangl zum KURIER. "Als mein Vater 1993 damit begonnen hat, ist er fast ein bisschen belächelt worden, und keiner hat daran geglaubt, dass das Sinn macht." Nachsatz: "Man war es gewöhnt, schwere Dinge zu heben, und da kam mein Vater mit Hebebühnen. Heute sind wir froh darüber, weil sie unser Portfolio so gut ergänzen." Ein Big Player ist die Firma Felbermayr, die in 18 Ländern 82 Standorte betreibt. Sie ist aber auch im Hoch- und Tiefbau sowie im Bauschutt–Recycling tätig. Felbermayr setzte 2015 mit 2830 Mitarbeitern 538 Millionen Euro um. Die Felbermayr Transport- und Hebetechnik GmbH & Co. KG erwirtschaftete laut Creditreform mit 730 Mitarbeitern fast 152 Millionen Euro Umsatz. Indes hat der Mitbewerber Prangl, der auch in Südosteuropa Tochterfirmen unterhält, zuletzt mit 650 Mitarbeitern 93,2 Millionen Euro Umsatz eingefahren. Die 100-Millionen-Marke ist in Reichweite.

"Ich glaube, dass das machbar ist, wiewohl der Markt hart umkämpft ist", sagt Prangl. "Ich denke, das Potenzial ist da, dass wir das in den nächsten Jahren schaffen können. Wir sind sehr stark in der Windenergie in Deutschland tätig." Auch teste man auch mitunter neue Geräte.

Handschlagqualität

"Unsere Kunden bringen immer wieder neue Ideen ein, mit denen wir mitgehen und die wir mitentwickeln", sagt Prangl zum KURIER. "Ich glaube aber, dass der Fokus heutzutage nicht notwendigerweise Wachstum um jeden Preis ist. Es ist wichtiger, dass das, was man macht, gut gemacht wird und die Kunden zufrieden sind." Nachsatz: "Und Handschlagqualität zu haben, ist in Zeiten wie diesen sehr wichtig, aber eine Tugend, die generell immer mehr verloren geht." Kid Möchel

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