Die Rettung von Hanlo ist eine große Herausforderung. Die Grazer Firma ist von deutscher Schwesterfirma abhängig.

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Insolvenz
05/13/2015

Hanlo Fertighaus: Investor finanziert Fortführung

Rund 650.000 Euro soll der Kaufinteressent bereits hingelegt haben. Er will Hanlo-Vermögenswerte herauskaufen.

von Kid Möchel

Die Rettung der steirischen insolventen Hanlo-Fertighaus-Gruppe, die fünf Pleiten mit rund 38 Millionen Euro Verbindlichkeiten hingelegt hat, nimmt schön langsam Formen an. Der Einstieg des Investors wurde laut AKV und KSV1870 am Mittwochvormittag in einer Gläubigerausschusssitzung beschlossen. Wie berichtet, hat der Investor eine Akonto-Zahlungen in Höhe von rund 650.000 Euro beim Insolvenzverwalter der Hanlo Fertighaus erlegt, um den Fortbetrieb zu ermöglichen bzw. der Firmengruppe Liquidität zu schaffen. Die Anzahlung soll später auf den Kaufpreis angerechnet werden. Detail am Rande: Alleine 15.000 Euro werden pro Tag für die Löhne und Gehälter der 75 Hanlo-Mitarbeiter benötigt.

Licht am Ende des Tunnels

„Die geplante Rettung Fertigteilhaus-Gruppe ist auf einem guten Weg“, sagt Markus Graf vom Gläubigerschutzverband AKV zum KURIER. „Eine Einigung sollte in den wesentlichen Punkten kurzfristig zu erzielen sein." Nachsatz: "Damit wird eine weitere Betreuung und die Fertigstellung der Baustellen ermöglicht." Am Dienstag kam es bereits zu einer "Elefantenrunde" der fünf beteiligten Insolvenzverwalter, die offenbar eine konzertierte Vorgangsweise anstreben. Die Verhandlungen mit dem Investor über einen sogenannten Asset Deal, also einen Herauskauf des notwendigen Vermögens, dürfte schon in den nächsten Tagen in trockene Tücher gebracht werden. Spätestens bis zur nächsten Gläubigerausschusssitzung am 22. Mai sollten die Verhandlungen abgeschlossen sein.

Investor mit exzellentem Ruf

Der potenzielle Investor, der als Restrukturierungs- und Private Equity-Experte mit exzellentem Ruf beschrieben wird, dürfte die Vermögenswerte der Hanlo Fertighaus GmbH und der Bau mein Haus GmbH, aber wahrscheinlich auch die Verträge mit den Häuselbauern übernehmen - über eine Auffanggesellschaft.

Was passiert in Deutschland

Unklar ist aber nach wie vor, was mit den deutschen Schwesterfirmen der Hanlo Fertighaus geschehen wird, sprich ob auch in Deutschland insolvenzverfahren angestrebt werden. Wie berichtet, werden die Teile für die Hanlo- und Bau-mein-Haus-Häuser von der Green Building Production GmbH in Deutschland erzeugt. Laut Creditreform beschäftigt das Unternehmen rund 185 Mitarbeiter und soll 20 Millionen Euro umsetzen. Dem Vernehmen nach sollen zwei Lkw-Züge beladen mit Fertighaus-Teilen in Deutschland bereitstehen, die man in Österreich für die Baustellen braucht. Die Lieferungen sollen aus dem Akontobetrag bezahlt werden sollen. Auch die Hausbank, die eine Generalzession hält, soll die Erlöse aus den laufenden Bauprojekten freigegeben haben.

Werden einzelne deutsche Gesellschaften der Green Building Group für die Zukunft des Fertigteil-Hauserzeugers benötigt, wie die Produktionsgesellschaft, so muss auch dafür extra Geld für die Übernahme der Anteile und die künftige Liquidität in die Hand genommen werden.