Wirtschaft
01.08.2017

Handel schrumpft, 1,7m2 pro Einwohner sind trotzdem Spitze

Zunehmende Konkurrenz durch das Internet.

Die Verkaufsflächen im österreichischen Einzelhandel werden heuer um 200.000 sinken, sagt der Standortberater RegioData voraus. Das entspricht der Fläche von etwa 28 Fußballfeldern. Die Fläche schrumpft heuer bereits das vierte Jahr in Folge. Bis 2020 werde der stationäre Handel gegenüber dem Höchststand im Jahr 2013 acht Prozent an Flächen eingebüßt haben. Als Gründe dafür werden steigende Kosten sowie die wachsende Internet-Konkurrenz angeführt.

Aktuell machen die Verkaufsflächen in Österreich noch 1,7 pro Einwohner aus. Das klingt nach nicht viel, ist aber doch einer der höchsten Werte in Europa. Ähnliche Flächen erreichen in Europa nur die Schweiz und die Niederlande. Zum Höchststand im Jahr 2013 waren es 1,8 , 2020 dürften es nur noch 1,5 sein. In diesem Zeitraum dürften insgesamt 210 Fußballfelder an Verkaufsflächen verschwunden sein.

Branchen-Mix

Die Flächenverteilung in den Branchen verändert sich. Lebensmittel-, Möbel- und Bekleidungshandel seien viele Jahre hindurch die Wachstumstreiber bei den Flächen gewesen, so die Experten bei RegioData. Nun stünden den Neueröffnungen im Lebensmittelhandel etwa gleich viele Schließungen gegenüber. Im Möbelhandel scheine sich die Phase der Expansion ebenfalls dem Ende zuzuneigen. Im Handel mit Spielwaren werden Rückgänge verzeichnet.

Nur im Bekleidungshandel nehmen die Verkaufsflächen weiter zu, obwohl der Gesamtumsatz in Österreich sogar leicht sinke. Deutliche Flächenzuwächse werden dagegen nun auch wieder im Drogerie- und Parfümeriehandel registriert. Der Schock nach der Schlecker- und in Folge auch der dayli-Pleite scheint verdaut zu sein.