Wirtschaft
10.04.2017

Handel kann Wachstum stimulieren

Laut IWF-Bericht wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung; aber nicht nur Industrieländer dürfen Vorteile haben.

US-Präsident Donald Trump gilt als erbitterter Gegner von Freihandelsabkommen. Er sucht das Wohl der Wirtschaft seines Landes in Protektion und Abschottung. Diesem Standpunkt setzen nun der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Welthandelsorganisation (WTO) einen Bericht entgegen, der die Vorteile des Freihandels hervorstreicht. Er sei aber nicht Folge von Trumps Politik, betonten die drei Organisationen.

"Der Handel kann das Wachstum auf vielfältige Weise stimulieren", heißt es in dem am Montag in Berlin vorgelegten Bericht für die deutsche G20-Präsidentschaft. Der Welthandel habe das Potenzial, rund um den Erdball Produktivität und Wohlstand zu erhöhen und Armut einzugrenzen. Freier Handel sei ein kraftvolles Instrument, um das Wachstum zu erhöhen und den Lebensstandard zu verbessern, warb IWF-Chefin Christine Lagarde. Weltbank-Präsident Jim Yong Kim unterstrich, nicht zuletzt mit Blick auf die Bekämpfung der Armut: "Ein offener Handel ist nicht nur ein Instrument für globales Wachstum, sondern auch für soziale Gerechtigkeit."

Die zunehmend offeneren Märkte hätten in den vergangenen Jahrzehnten aber nicht nur Wachstum und Wohlstand in der Welt gefördert, sondern zugleich vielen Menschen und Regionen Nachteile beschert. Sie seien Opfer von Jobverlagerungen und Strukturumbrüchen geworden. Das sei ein Grund für die wachsende Skepsis in vielen Ländern gegenüber dem Freihandel.

Deswegen gelte es für die Politik, diese negativen Folgen zu bekämpfen, sagte Lagarde. Deutschland etwa, das einen der weltweit höchsten Handelsüberschüsse erzielt, empfahl sie, das Ungleichgewicht mit mehr Investitionen in Infrastruktur und Bildung zu mindern.