Wirtschaft
11.04.2012

Hameseder als Konrads Nachfolger nun fix

Erwin Hameseder wird Obmann der Raiffeisen-Holding. Die Wahl ist am 4. Mai.

Was bereits in der Vorwoche durchsickerte, ist jetzt offiziell: Nach 22 Jahren an der Spitze der Raiffeisen-Gruppe zieht sich ihr Chef Christian Konrad frühzeitig zurück. Er informierte Mittwoch die Verwaltungsorgane der Raiffeisen Holding NÖ-Wien, dass er sein Mandat als Holding-Obmann während der laufenden Periode zurücklege. Das entspreche einer mehrjährigen Planung. Der oberste Raiffeisen-Chef wird im Juli 69 Jahre alt. Konrad hat immer betont, vor dem 70er aufhören zu wollen.

Erwartungsgemäß stimmten Vorstand und Aufsichtsrat Konrads Vorschlag zu, Erwin Hameseder zum neuen Obmann zu nominieren. Die Wahl ist am 4. Mai. Hameseder war bisher Vorstandschef der Holding und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Beide bisherigen operativen Posten legt er zurück, um Konrad als Obmann nachzufolgen. Er vertritt damit künftig die Eigentümer, die 180 Raiffeisen-Genossenschafter. In der Holding sind die Beteiligungen an Banken und Industrieunternehmen geparkt.

Außerdem wird Hames­eder auch neuer Chef des Aufsichtsrates der Raiffeisen Zentralbank (RZB). Zudem erhält er einen Sitz im um zwei Personen aufgestockten Aufsichtsrat der RLB NÖ-Wien.

Hameseders Nachfolger in der Bank und in der operativen Holding-Führung wird der bisherige Chef der Raiffeisen Ware Austria (RWA), Klaus Buchleitner. Seinen Posten dürfte RWA-Vorstand Reinhard Wolf erhalten.

Noch nicht offiziell beschlossen ist der zweite Teil von Konrads Rückzug. Er wird mit Juli seine Raiffeisen-Generalanwalts-Agenden an RZB-Chef Walter Rothensteiner abgeben – zwei Jahre vor Ablauf seiner Amtsperiode. Rothensteiner bleibt RZB-Chef. Als Generalanwalt (Präsident) war Konrad seit 1994 oberster Repräsentant von Raiffeisen Österreich.

Gemeinsame Wertehaltung

Erwin Hameseder erhält nicht nur neue berufliche Aufgaben. Er ist zudem um eine Auszeichnung reicher. Wiens Bürgermeister Michael Häupl überreichte ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Häupl bedankte sich bei Hameseder dafür, dass Raiffeisen bei wichtigen Investitionen in Wien regelmäßig mithelfe und betonte, dass sich die Zusammenarbeit nicht nur auf wirtschaftliche Projekte beziehe. "Vor allem, wenn es um Kultur, soziale Themen oder Integration geht, ist Raiffeisen immer dabei. Denn uns verbindet eine gemeinsame Wertehaltung. Dafür ein herzliches Dankeschön. "

Hameseder meinte, Raiffeisen werde mit seinen 1000 Mitarbeitern in 67 Filialen ein Partner für Stadt und Bevölkerung sein. Die Bank sei das Kerngeschäft, Sport, Kul-tur, Integration und Soziales blieben auch wichtig.