Wirtschaft
11.03.2013

Griechische Wirtschaft weniger geschrumpft

Die Wirtschaft des maroden Griechenland schrumpfte im vierten Quartal 2012 weniger stark als angenommen.

Die griechische Wirtschaft ist Ende 2012 nicht ganz so stark geschrumpft wie zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel zwischen Oktober und Dezember im Vergleich zum Vorjahresquartal nach unbereinigten Daten um 5,7 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Montag mitteilte. Zuletzt hatten die Statistiker für das Schlussquartal noch ein Minus von 6,0 Prozent gemeldet. Im Sommerquartal hatte es einen BIP-Rückgang um 6,7 Prozent gegeben.

Griechenland steckt seit 2008 tief in der Rezession und seit 2010 am Finanztropf seiner Euro-Partner. Die EU-Kommission sagt dem Land 2013 noch einmal ein Schrumpfen der Wirtschaft um 4,4 Prozent voraus. Erst im nächsten Jahr dürfte es demnach leicht bergauf gehen.

CSU heizt Grexit-Debatte neu an

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ( Bild) hat am Sonntag erneut den Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone thematisiert. In einem Interview mit der Welt erklärte Dobrindt, er halte den Grexit für eine langfristige Alternative für Europa.

Das größte Risiko für den Euro gehe von Athen aus: "Wenn Griechenland nicht in der Lage oder willens ist, finanzielle Stabilität herzustellen, dann muss es einen Weg außerhalb der Euro-Zone geben. Die EU-Kommission sollte endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen für eine geordnete Staateninsolvenz und für den Austritt eines Staates aus der Währungsunion."

Weniger Schmiergeld

Die Korruption in Griechenland hat im vergangenen Jahr abgenommen. Die Bürger des Landes haben 2012 weniger Schmiergelder gezahlt. Insgesamt wurden 420 Millionen Euro gezahlt nach 554 Millionen Euro 2011. Meister der Korruption sind Ärzte, Beamte der Steuerämter und Angestellte in Baugenehmigungsbehörden, ergab eine Studie, die die griechische Organisation Transparency International Greece am Donnerstag veröffentlichte.

Daneben wurde eine Tarifliste, die im Bereich Korruption gilt, herausgegeben. Demnach kostete 2012 eine Operation in einem Krankenhaus zwischen 50 Euro und 20.000 Euro. 2011 betrug das Operations-Schmiergeld zwischen 100 und 30.000 Euro. Das sogenannte "Beschleunigungsgeld", wodurch eine Akte von ganz unten nach ganz oben des zu bearbeitenden Stapels eines Beamten kommt, betrug 2011 zwischen 30 Euro und 20 000 Euro. 2012 fiel der Betrag auf zehn Euro bis 7.000 Euro. Die Schleusung eines nicht ganz intakten Autos durch den TÜV kostete 2011 zwischen 20 Euro und 200 Euro, 2012 dann 20 Euro bis 100 Euro, heißt es im Bericht.

Italien

Zurückgegangen ist zum Jahresende 2012 auch die italienische Wirtschaft. Im Quartalsvergleich war die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,9 Prozent rückläufig. Dies teilte das nationale Statistikamt am Montag in Rom mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen von Mitte Februar. Der Rückgang fiel so stark aus wie seit Herbst 2009 nicht mehr, dem schweren Einbruch nach der Finanzkrise. Im Jahresvergleich sank das Bruttoinlandsprodukt um 2,8 Prozent.

Die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums befindet sich seit mittlerweile eineinhalb Jahren in der Rezession. Besonders stark gingen zum Jahresende die Investitionen der Unternehmen zurück. Der Konsum der privaten Haushalte gab ebenfalls spürbar nach. Die Exporte konnten leicht zulegen, während der Import sank.