Griechenland: Eine Million ohne Jobs

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Foto: Reuters_JOHN KOLESIDIS Besonders die Jungen sind von der Arbeitslosigkeit betroffen. Mehr als die Hälfte der 15-24-Jährigen hat keinen Job.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt unaufhaltsam weiter. Bereits jeder Fünfte hat offiziell keine Arbeit.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt immer weiter. Die Arbeitslosenquote betrug im Jänner 21,8 Prozent. Damit waren 1.084.000 Menschen ohne Job - so viele wie nie zuvor. Im Jänner 2011 hatte die Quote noch bei 14,8 Prozent gelegen, wie die griechische Statistikbehörde (ELSTAT) am Donnerstag mitteilte. Mehr als die Hälfte der jungen Griechen zwischen 15 und 24 Jahren haben demnach keinen Job.

Arbeitslose erhalten in Griechenland nur ein Jahr lang Arbeitslosengeld. Danach ist keine Unterstützung mehr vorgesehen.

Parlamentswahl am 6. Mai

Die vorgezogenen Parlamentswahlen finden am 6. Mai statt. Dies teilte Regierungschef Lucas Papademos am Mittwoch seinem Ministerrat mit, berichtete das staatliche griechische Fernsehen. Als Grund nannte Papademos neue Stabilisierungs- und Reformmaßnahmen, die das Land in den Jahren 2013 bis 2016 ergreifen müsse. Die Regierung benötige dafür ein frisches Mandat vom Volk, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen, damit die griechische Wirtschaft wieder wachsen könne.

Laut griechischer Verfassung kann der Ministerpräsident wegen eines "national wichtigen Themas" vorgezogene Wahlen beantragen. Es gilt als sicher, dass Staatspräsident Karolos Papoulias den Antrag auf Auflösung des Parlamentes genehmigen und Papademos bitten wird, als Interimspremier das Land bis zu den Wahlen weiterzuführen.

Der Finanzexperte und ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte im November 2011 die Führung einer Übergangsregierung für das vom Bankrott bedrohte Land übernommen. Papademos wurde von den beiden größten Parteien, den Sozialisten (PASOK) und den Konservativen (Neue Demokratie), unterstützt. Umfragen sehen schwere Verluste für PASOK und Neue Demokratie voraus - Neuwahlen dürften eine Mehrheit für Parteien bringen, die sich gegen das Rettungspaket der Euro-Staaten und weitere Sparmaßnahmen stellen.

Ziel der Übergangsregierung war es, das neue Spar- und Rettungspaket unter Dach und Fach zu bringen. Dafür wurden zahlreiche Gesetze durch das Parlament gebracht. Renten und Mindestlöhne wurden gekürzt. Die harten Sparmaßnahmen waren Voraussetzung für das zweite Griechenland-Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro.

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(apa, dpa / js) Erstellt am
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