Wirtschaft
09.02.2017

Kündigung wegen Betriebsratsgründung bei Müller

Die Gewerkschaft der Privatangestellten klagte das deutsche Unternehmen Müller vor dem Arbeits- und Sozialgericht. Die Drogeriekette sieht keine Anlasskündigung.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) erhebt schwere Vorwürfe gegen die deutsche Drogeriekette Müller. Eine Beschäftigte in einer Filiale in Wien Floridsdorf sei gekündigt worden, nachdem bekannt wurde, dass sie eine Betriebsratswahl initiieren will.

"Das Unternehmen legt ein gewerkschafts- und mitarbeiterfeindliches Verhalten an den Tag. Das werden wir so nicht hinnehmen", sagte GPA-Chef Wolfgang Katzian am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Die anwesende 33-Jährige Özlem Bakiray schilderte vor Journalisten, was passiert war: "Als die Marktleiterin mitbekommen hat, dass ich einen Betriebsrat gründen will, wurde ich ins Büro gerufen. Mir wurde mitgeteilt, dass sie das nicht will und dass das Unternehmen das nicht will. Ich solle damit aufhören."

Kündigung zehn Minuten vor Dienstschluss

Am 21. Jänner sei sie dann zehn Minuten vor Dienstschluss ohne Angabe von Gründen gekündigt worden. Die Gewerkschaft habe bereits eine Anfechtung wegen verpönten Motivs beim Arbeits- und Sozialgericht eingebracht, so Katzian.

Das Management von Müller, das daraufhin von der Gewerkschaft kontaktiert wurde, äußerte sich zu den Vorwürfen mit dem Hinweis, dass die Kündigung nichts mit der Absicht von Frau Bakiray zu tun habe, einen Betriebsrat zu gründen, sondern damit, dass ab Mitte März bei einer anderen Kollegin die Stunden aufgestockt würden, wodurch es für sie keinen Platz mehr gebe.