Gold knackt 1600-Dollar-Marke

Um exakt 1000 Dollar ist der Goldpreis in den letzten fünf Jahren gestiegen.
Foto: RTS/Leonhard Foeger

EU-Schuldenkrise und US-Budgetstreit sorgen dafür, dass der Höhenflug des Edelmetalls kein Ende nimmt.

Die Schuldenkrisen dies- und jenseits des Atlantik haben am Montag die Anleger erneut ins Gold getrieben. Im Vormittagshandel kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) erstmals mehr als 1600 Dollar. Das neue Rekordhoch liegt bei 1600,40 Dollar.

In Euro gerechnet stieg der Goldpreis um ein Prozent auf ein Allzeithoch von 1139,31 Euro. Selbst das zuletzt verschmähte Silber schien vielen Anlegern sicherer als Dollar oder Euro. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 40,15 Dollar und kostete damit wieder so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr, als geänderte Kontraktbedingungen den Höhenflug des Edelmetalls beendet hatten.

An dem günstigen Umfeld für Gold dürfte sich diese Woche auch kaum etwas ändern. Unter anderem steht am Donnerstag der Sondergipfel der EU zu Griechenland an. Zum anderen wird in den USA die Zeit für Republikaner und Demokraten immer knapper, sich auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze zu einigen. Schaffen sie das nicht bis zum 2. August, droht den USA Zahlungsunfähigkeit.

Im Folgenden einige Punkte, die bei der Investition in Gold zu beachten sind.
In welcher Form kann ich Gold kaufen?
Gold kann in physischer Form als Münze oder Barren gekauft werden. Es gibt aber auch Zertifikate, Optionsscheine, Fonds oder andere Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden oder sich an ihm orientieren. Sie erlauben teils auch, auf einen fallenden Goldpreis zu wetten. Außerdem kann auch über Aktien von Goldminen oder Bergbau-Unternehmen indirekt am Goldpreis verdient werden.

Wo kann ich Gold kaufen und verkaufen?
Physisches Gold handeln die Banken sowie Unternehmen, die sich auf den Goldmarkt spezialisiert haben. Goldpapiere können generell dort erworben und verkauft werden, wo auch andere Wertpapiere erhältlich sind. Bezahlt werden kann dabei natürlich in Euro, im Hintergrund steht aber immer der Goldpreis in Dollar: Anleger sollten deshalb nicht nur auf den steigenden Goldpreis schauen, denn ein fallender Dollar-Kurs kann diesen wieder auffressen.

Fallen beim Kauf auch Gebühren an?
Beim Kauf von Gold muss ein Aufschlag auf den Kurs gezahlt werden, so dass der Ankaufspreis stets über dem Verkaufspreis liegt. Je kleiner die gekaufte Menge, desto größer ist dieser Aufschlag. Und: Bei Barren ist der Aufschlag meist größer als bei Münzen. Bei den Münzen richtet sich der Preis aber auch nach dem Sammlerwert, nicht nur nach dem Goldpreis. Bei Goldpapieren fällt - wie bei Wertpapieren üblich - ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent an.

Um exakt 1000 Dollar ist der Goldpreis in den letzten fünf Jahren gestiegen. Foto: RTS/Leonhard Foeger Um exakt 1000 Dollar ist der Goldpreis in den letzten fünf Jahren gestiegen.

Muss ich Gold versteuern?
Barren und Münzen sind in Österreich umsatzsteuerbefreit. Für Gold-Wertpapiere gilt dies nicht: Sofern Gewinne anfallen, ist die neue 25-prozentige Wertpapier-KESt (Kursgewinnsteuer) abzuführen.

Ist Gold wirklich eine sichere Anlage?

Ja und nein. Einerseits ist die Menge an Gold auf der Welt begrenzt, weil kaum noch neue Vorkommen erschlossen werden. Deshalb dürfte es immer Nachfrage nach dem Metall geben und Gold wohl immer etwas wert sein. Andererseits zeigen die vergangenen Jahrzehnte, dass es zu heftigen Preisschwankungen kommen kann und damit auch herbe Verluste drohen.

(apa, dpa, reuters / aho) Erstellt am
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