Wirtschaft
05.06.2017

Globales Wirtschaftswachstum festigt sich

Prognose von 2,7 Prozent bestätigt. Ökonomen rechnen mit vorsichtiger geldpolitische Wende der EZB diese Woche.

Die Weltbank hat ihre globale Wachstumsprognose vom Jänner bestätigt. Sie geht für dieses Jahr von einem globalem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent aus, für 2018 und 2019 rechnet sie sogar mit einem Plus von 2,9 Prozent. Gründe sind die Abnahme der wirtschaftlichen Risiken sowie ein wieder stabiler Ölpreis. Auch die Unsicherheit angesichts der Wahlen in Europa habe abgenommen, nachdem in Frankreich der europafreundliche Mitte-Politiker Emmanuel Macron zum Präsidenten gewählt worden sei.

"Wir haben unsere Wachstumsprognose zum ersten Mal seit vier Jahren nicht gesenkt und ich denke, dass das ein gutes Zeichen ist", sagte der Weltbank-Ökonom Ayhan Kose zur Nachrichtenagentur AFP. "Das Wachstum festigt sich."

Trump-Effekt

Als fortbestehendes Risiko nannte der Weltbank-Ökonom die Handels- und Einwanderungspolitik des rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump. Wenn es keine "klar definierte Politik" gebe, könnten Unternehmen Investitionsentscheidungen vertagen, warnte Kose mit Blick auf Trumps Wirtschaftspolitik. Das gelte insbesondere für Firmen, die von einer von Trump geforderten Neuverhandlung des Freihandelsvertrags NAFTA zwischen den USA, Kanada und Mexiko betroffen wären. Als weiteres Risiko nannte er die schwache Investitionsfreude in Schwellenländern wie China oder Brasilien.

EZB-Reaktion

Ökonomen rechnen ob der stabilen Wachstumsprognose mit einem vorsichtigen Schritt in Richtung geldpolitischer Wende. Auch die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften auf ihrem Ratstreffen in Tallinn am Donnerstag wahrscheinlich erstmals seit langer Zeit die Risiken für das Wirtschaftswachstum als ausgeglichen beschreiben - und damit anerkennen, dass sich die Lage deutlich gebessert hat.

EZB-Präsident Mario Draghi würde so auch andeuten, dass sich die Notenbank allmählich auf einen Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik vorbereitet. So sind zudem Änderungen beim Ausblick denkbar. Konkrete Ankündigungen zum Abschmelzen der billionenschweren Anleihenkäufe werden allerdings noch nicht erwartet. Auch an den Leitzinsen, die auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, dürfte nicht gerüttelt werden.