Strom aus Kleinwasserkraft ist relativ günstig. Damit können Ökostrom-Versorger jetzt punkten.

© APA/Eduard Aldrian

Strom
07/10/2015

Gewinne elektrisieren Verbund-Aktie

Der Energiekonzern erwartet höhere Erträge. Mit Strom verdient er die aber nicht.

von Irmgard Kischko

Verbund-Aktionäre sind einiges Leid gewohnt. Seit Wochen sinkt der Kurs, mit 12,53 Euro hat er am Mittwoch sogar ein Zwölf-Jahres-Tief erreicht. Am Donnerstag allerdings brachte die Meldung des Verbund, dass er heuer deutlich mehr verdienen werde als noch vor Kurzem erwartet, eine Umkehr. Die Aktie schoss um 5,32 Prozent hoch.

Doch die Freude über die Kursgewinne dürfte nicht allzu lange anhalten. Denn die verbesserten Ertragsaussichten des Verbund beruhen vor allem auf der Auflösung von Rückstellungen.

Mit 45 Millionen Euro hatte die Verbund-Tochter Austrian Power Grid jahrelang für Rechtsstreitigkeiten über Stromnetzentgelte vorgesorgt. Nun sei eine „Verfahrensbereinigung zu erwarten“, so der Verbund. 850 Millionen Euro statt der zuvor prognostizierten 770 Millionen Euro soll daher das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Jahr erreichen. Auch für die Aktionäre soll es etwas mehr geben: 50 Prozent des Konzerngewinns von 240 Millionen Euro werden ausgeschüttet. Zuvor war ein Konzerngewinn von 180 Mio. Euro erwartet worden.

Tiefer Strompreis

Aus dem eigentlichen Geschäft des Verbund, der Stromproduktion und dem Verkauf, sprudeln aber weiterhin nur spärliche Gewinne. Der Strompreis im Großhandel ist nämlich in den vergangenen Monaten weiter nach unten gerutscht und liegt bei nur noch 30 Euro je Megawattstunde. Vor fünf Jahren war er mehr als doppelt so hoch.

Analysten sind daher nicht allzu positiv eingestellt. „Ein Strompreisrückgang um drei Euro kostet den Verbund 100 Millionen Euro im Ergebnis“, sagt Christoph Schultes von der Erste Group. Und Strom dürfte noch lange billig bleiben, erwartet Schultes. Die Bank hat eine „reduce“-Empfehlung für die Verbund-Aktie.

Auch die Analysten von Kepler Cheuvreux sind pessimistisch. Kein europäischer Stromkonzern sei derartig abhängig vom Großhandelspreis wie der Verbund.

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