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Wirtschaft
05/08/2012

Gefährliche Waren aus China

Jedes zweite unsichere Produkt in der EU stammt aus China. Die meisten Warnungen gibt es zu Textilien und Spielzeug.

Allergische Reaktionen auf Kleidungsstücke oder Elektrogeräte mit Stromschlagrisiko: Mehr als die Hälfte der Produkte in der EU, die Risiken für Verbraucher darstellen, kommt aus China. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten sogenannten RAPEX-Bericht der EU-Kommission über Produktsicherheit her. Der Trend ist allerdings rückläufig: Auf China entfielen 2011 zwar noch 54 Prozent der gefährlichen Produkte, 2010 waren es aber noch 58 Prozent.

Nach Angaben der EU-Kommission werden gefährliche Produkte immer früher und effektiver ausfindig gemacht und auch schneller vom EU-Markt genommen. Dies sei auf ein besseres Sicherheitsmanagement in der Herstellung, eine bessere Risikobewertung und eine engere Zusammenarbeit zwischen den Zollbehörden in der EU zurückzuführen. RAPEX (Rapid Exchange of Information System) ist ein EU-internes Schellwarnsystem für den Verbraucherschutz. Über RAPEX werden seit dem Jahr 2004 Informationen aus den Mitgliedsstaaten über gefährliche oder potentiell gefährliche Verbrauchsgüter ausgetauscht – ausgenommen sind Lebensmittel und Medikamente. Mittlerweile haben die EU-Staaten nach Angaben der Kommission bis zu 100 Millionen Euro dafür ausgegeben und bis zu 6.000 Inspektoren zur Überwachung der Produktsicherheitsvorschriften beschäftigt.

"Wir dürfen in unseren Anstrengungen jedoch nicht nachlassen, damit wir die Herausforderungen von globalen Lieferketten bewältigen und auf eventuelle neue Fragestellungen im Zusammenhang mit der Produktsicherheit umgehend reagieren können. Deshalb bleibt es ein vorrangiges Ziel, eine `lückenlose Überwachung` aufzubauen, indem die Zusammenarbeit hier in der EU und mit den internationalen Partnern gestärkt wird", sagte der für Konsumentenschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli.

19% aus Europa

2011 kamen 19 Prozent der gefährlichen Produkte aus Europa, bei 8 Prozent der Güter konnte das Ursprungsland nicht identifiziert werden. Unter den gefährlichen Produkten mit Ursprung in Europa - insgesamt gab es dazu 293 Meldungen - stammten 44 aus Frankreich, 43 aus Deutschland und 32 aus Italien. Am aktivsten wurde das RAPEX-System von Spanien genutzt, gefolgt von Bulgarien, Ungarn, Deutschland und Großbritannien. Fast die Hälfte der Warnungen vor gefährlichen Gütern kam aus diesen Ländern.

Ganz oben auf der Liste gefährlicher Produkte standen 2011 Bekleidung und Textilien mit 423 Warnmeldungen vor Erstickung und Reizung, gefolgt von Spielzeug (324 Meldungen) in Hinblick auf Erstickungsrisiko durch Verschlucken, und Kraftfahrzeugen (171 Meldungen) bezüglich Verletzungsrisiko, Elektrogeräte (153 Meldungen) mit Stromschlagrisiko, und Kosmetika (104 Meldungen), von denen ein chemisches Risiko ausging. Drei Viertel aller Warnungen zu besonders gefährlichen Produkten entfielen auf diese fünf Produktkategorien.

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