Wirtschaft
29.03.2017

Frostschäden: Weinbauern erhalten 23 Millionen Euro

Gemeinsam mit den Entschädigungen für die Obstbauern werden 51 Millionen Euro ausbezahlt. Ursprünglich wurden maximal 100 Millionen avisiert.

Durch den Frost im Frühling 2016 geschädigte Weinbauern erhalten 23,35 Mio. Euro. Rund 2.250 Betriebe haben einen Antrag gestellt. Die Obstbauern wurden bereits entschädigt. Mit einer Gesamtsumme von etwa 51 Mio. Euro ist die Frostaktion 2016 die größte Entschädigungsmaßnahme für witterungsbedingte Ertragsausfälle bisher.

Ausschlaggebend für die Entschädigungszahlungen ist, dass geschädigte Betriebe auf sämtlichen Flächen dieser Kultur ein durchschnittliches Schadensausmaß von mehr als 70 Prozent aufweisen. "Es wird zwar nicht der gesamte Ernteausfall kompensiert, aber die betroffenen Bäuerinnen und Bauern können sich wieder auf die nächste Ernte ausrichten", so Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Mittwoch in einer Aussendung.

Ursprünglich 100 Millionen avisiert

Im Mai 2016 wurde noch eine Maximalentschädigung von 100 Millionen Euro aus dem Katastrophenfonds, 50:50 durch Bund und Länder getragen, angekündigt. Die nun ausbezahlte Summe macht also nur rund die Hälfte davon aus.

Im Dezember erklärte man auf KURIER-Anfrage im Ministerium die Tatsache, dass die ursprünglich genannte Summe bei Weitem nicht ausgeschöpft wird, so: Es seien fixe Geldsätze für die jeweils betroffene Fläche und den unterschiedlichen Schädigungsgrad festgesetzt worden. Aufgrund der Einmeldungen sei dann die auszubezahlende Summe errechnet worden.

Das Entschädigungsmodell wurde von einer "Taskforce Frost" des Landwirtschafts- und Finanzministeriums, der Bundesländer und der Hagelversicherung erarbeitet. Im Ministerium verwies man darauf, dass die Freigabe der Entschädigungen in diesem Fall vergleichsweise rasch erfolge.

Minustemperaturen im April 2016

In der Steiermark, Burgenland, Niederösterreich und Kärnten haben Minustemperaturen im Frühling 2016 schwere Frostschäden in der Landwirtschaft angerichtet. Der Schaden entstand durch Temperaturen bis zu minus 6 Grad Celsius in den Morgenstunden des 26. und 28. April 2016.

Die eine Hälfte der Entschädigungssumme stellt der Bund aus dem Katastrophenfonds zur Verfügung, die andere Hälfte wird von den Ländern kofinanziert. Dazu kommen noch Entschädigungen der Länder im Ausmaß von rund 2,4 Mio. Euro für Schäden infolge von Schneedruck sowie die Entschädigungszahlungen von Versicherungen.