Fracking ist wegen des tiefen Ölpreises in die Krise gestürzt

© REUTERS/ANDREW CULLEN

Ölpreis
02/09/2016

Fracking: Angst vor Massenpleiten in USA wächst

Verlustberge der Schieferöl-Unternehmen steigen in bedrohliche Höhen.

von Irmgard Kischko

So wunderbar der Boom der Schieferöl-Förderung für die US-Wirtschaft war, so gefährlich scheint nun deren Krise zu werden. Denn viele der Fracking-Konzerne stehen wegen des extrem gefallenen Ölpreises vor dem Aus.

Ihre Schuldenberge sind in bedrohliche Höhen gewachsen. Das Schlimme daran: Ein Gutteil dieser Schulden ist über Anleihen finanziert. Ein Crash vieler Schieferöl-Unternehmen könnte daher den Finanzmarkt arg in Mitleidenschaft ziehen und die US-Konjunktur gefährden. Zu Wochenbeginn beunruhigten Gerüchte über eine bevorstehende Insolvenz von Chesapeake Energy, einem der größten US-Fracking-Unternehmen, die Anleger. Der Konzerns verlor binnen eines Tages die Hälfte seines Börsenwerts. Auf dem Unternehmen lastet ein Schuldenberg von gut zehn Milliarden Dollar.

40 Schieferöl-Unternehmen gingen im Vorjahr schon pleite. Heuer könnte die Zahl der Insolvenzen auf 400 steigen, befürchtet Larry Fink, Chef des Investmentkonzerns Blackrock.

Denn der Ölpreis dürfte sich noch länger nicht erholen. Die einflussreiche Internationale Energie Agentur (IEA) gab am Dienstag bekannt, dass sie auch 2016 nicht mit einer Entspannung am Ölmarkt rechne. Eine Einigung über Förderkürzungen zwischen der OPEC und Nicht-OPEC-Ländern wie Russland sei unwahrscheinlich, lautet die Begründung.

Angst vor Windflaute

Die Unsicherheiten auf den Öl- und Kapitalmärkten gehen auch an den Alternativ-Energien nicht vorbei. Der Ausbau der Windkraft in der EU ging im Vorjahr zwar weiter, die Investitionen waren aber um mehr als 18 Prozent niedriger als 2014, berichtet Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Insgesamt wurde die Leistung der EU-Wind-Anlagen 2015 um 12.800 Megawatt auf 142.000 MW erweitert. Diese Windräder erzeugen 11,4 Prozent des EU-Stromverbrauchs. Der Unternehmensberater Roland Berger kritisiert, dass die Wind-Branche viel zu teuer Strom produziere. Die Betriebskosten können um 45 Prozent niedriger sein, würden sie effizienter arbeiten.

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