Flüchtlinge bei gemeinnütziger Arbeit in Deutschland

© APA/dpa/Marijan Murat

Integration
03/14/2017

Flüchtlinge: OECD für raschen Arbeitsmarktzugang

Studie sieht Österreich im EU-Vergleich als vergleichsweise liberales Land

Für die langfristige Job-Integration von Asylwerbern mit Bleibeperspektive ist eine frühe Intervention vorteilhaft, geht aus einer Studie der OECD zum Thema "Migranten am Arbeitsmarkt" hervor. Die Studie hat zwar Deutschland im Fokus, wertet aber auch Österreich als vergleichsweise liberales Land beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Ebenso wie in Deutschland, der Schweiz und Finnland ist in Österreich schon nach drei Monaten Aufenthalt ein - zwar eingeschränkter - Zugang zum Arbeitsmarkt möglich. Zum Vergleich: In Frankreich wird der Zugang erst nach neun Monaten, in Großbritannien erst nach einem Jahr gewährt.

"Eine frühe Intervention sichert eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt. Erfahrungen zeigen, dass dies für den langfristigen Integrationserfolg wichtig ist", erläutert OECD-Arbeitsmarktexperte Thomas Liebig dem KURIER. Beim in Österreich geplanten, so genannten Integrationsjahr für Flüchtlinge (Gemeinnützige Tätigkeit, Deutschkurse) handelt es sich um eine solche frühe Intervention, die Liebig aber nicht extra kommentieren wollte.

Die OECD-Studie kommt insgesamt zu dem Schluss, dass in Deutschland "günstige Voraussetzungen" für die Förderung der Arbeitsmarktintegration bestehen. Die Autoren führen dies auf die gute Arbeitsmarktlage und darauf zurück, dass Deutschland "relativ rasch" auf den starken Zuzug von Flüchtlingen reagiert und die Rahmenbedingungen angepasst habe.

Größte Hürde Deutsch

Die meisten Arbeitgeber in Deutschland, die in den vergangenen Monaten Flüchtlinge beschäftigt haben, sind mit deren Leistungen zufrieden. 80 Prozent der von der OECD befragten 2000 Unternehmen gaben dies an. Von den Befragten, die von Schwierigkeiten bei der Beschäftigung berichteten, gaben rund 60 Prozent an, dass ihnen fehlende Deutschkenntnisse "erhebliche Schwierigkeiten" bereiteten. Zugleich setzt die Hälfte der Arbeitgeber bereits für gering qualifizierte Positionen mindestens gute Deutschkenntnisse voraus, bei Facharbeitern erhöht sich der Anteil auf 90 Prozent.

Längerfristige Strategie

"In der kommenden Zeit wird die Herausforderung darin bestehen, die häufig etwas isolierten ersten Integrationsmaßnahmen in eine koordinierte längerfristige Strategie einzubinden", heißt es in der OECD-Untersuchung. Dabei gehe es nicht nur um "berufsbezogene Sprachkenntnisse und Kompetenzen, sondern auch um die Kenntnis der Funktionsweise des Arbeitsmarkts".

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