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Hypo-Prozess
11/14/2013

Flick Privatstiftung putzt sich an Kulterer ab

Eine Bereicherung durch den Deal mit Vorzugsaktien wird bestritten.

von Kid Möchel

Die Strafprozesse um die mutmaßlichen Malversationen bei der Hypo-Alpe-Adria-Bank nehmen kein Ende. Ab Montag sitzen die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer, Siegfried Grigg, Tilo Berlin und Josef Kircher im Landesgericht Klagenfurt auf der Anlagebank. Der Verdacht: Untreue. Zugleich wird ihnen – mit Ausnahme von Berlin – Bilanzfälschung vorgeworfen. So sollen sie die Hypo bei den Vorzugsaktien-Deals 2006/’07 mit betuchten Kunden um insgesamt 17,27 Millionen Euro geschädigt haben. Denn: Den Kunden war insgeheim und zum Nachteil der Bank der Rückkauf der Aktien (Volumen: 116,1 Millionen Euro) garantiert worden. In den Bilanzen wurde dieses Kapital – gegen alle Regeln – als Eigenkapital deklariert. Die Vorwürfe werden bestritten.

Auch die Flick-Privatstiftung, einer der zehn bevorzugten Investoren, „sitzt“ auf der Anklagebank. Der Vorwurf: unrechtmäßige Bereicherung. Der Stiftung wurde die Doppelrolle Kulterers zum Verhängnis. Er war damals nicht nur Aufsichtsratschef der Hypo, sondern auch Vorstand der Flick-Privatstiftung. Laut Anklage habe Kulterer „als Entscheidungsträger der Flick-Stiftung Straftaten zulasten der Hypo begangen“, und die Stiftung um 1,072 Millionen Euro illegal bereichert. Der Stiftung drohen nach dem Unternehmensstrafrecht bis zu 1,3 Millionen Euro Strafe.

Alles ganz anders

„Der Schaden der Hypo ist nicht gleich der Vorteil der Stiftung“, kontert die milliardenschwere Flick-Privatstiftung. Es liege keine Bereicherung vor. Die Verzinsung dieser Wertpapiere sei „absolut marktüblich“ gewesen. Das untermauert sie mit einem Gutachten des Wirtschaftsprofessors Josef Zechner.

Auch die Doppelrolle Kulterers wird bestritten. Er habe in diesem Fall nur für die Hypo agiert. Außerdem könne man die Stiftung für etwaige Malversationen von Hypo-Managern nicht verantwortlich machen, heißt es weiter.

Und: Sollten sich die Hypo-Bilanzen 2006 und 2007 im Strafprozess als falsch erweisen, sei die Stiftung selbst getäuscht und geschädigt worden. In diesem Fall würde aber vor allem die frühere Hypo-Mutter BayernLB jubeln. Sie könnte damit beweisen, dass sie beim Kauf der Hypo 2007 getäuscht worden ist.

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