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Wirtschaft von innen
10/31/2014

Fimbag: SPÖ wollte Adolf Wala abservieren

Das Mandat des früheren SPÖ-Notenbank-Präsidenten wäre im November ausgelaufen.

von Andrea Hodoschek

Nicht ganz friktionsfrei verlief die Vertragsverlängerung von Fimbag-Vorstand Adolf Wala um ein Jahr. Die Mandate des ehemaligen SPÖ-Notenbank-Präsidenten (Österreichs bestverdienender Pensionist) und seines schwarzen Kollegen Klaus Liebscher wären im November ausgelaufen. Während ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling beide Altbanker im Amt lassen wollte, legte sich ausgerechnet die SPÖ gegen Wala quer. Die zeitlich äußerst knapp angesetzte Vertragsverlängerung stand auf dem Programm des Ministerrates, als der SPÖ zwei Tage vor der Sitzung plötzlich Bedenken kamen, Wala sei mit 77 Jahren zu alt für den Job.

Fimbag-AufsichtsratspräsidentHannes Androsch (Bild) soll sich mit seiner Meinung – wie üblich – nicht zurückgehalten haben, erzählen Insider. Wenn schon, dann solle man ehrlich den Grund sagen und sich nicht hinter Scheinargumenten verstecken, richtete Androsch der Partei aus. Worauf die Diskussion rasch wieder beendet war.

Die in der ÖIAG angesiedelte Fimbag, die das Bankenhilfspaket des Bundes abwickelt, ist alles andere als ein Jungherren-Verein. Liebscher ist Jahrgang 1939. Aufsichtsrat und Rechtsanwalt Hellwig Torggler ist ebenso wie Vorsitzender Androsch 76, der ehemalige Wirtschaftskämmerer Herbert Pichler zählt immerhin 68 Lenze.

"Immer bis zum letzten Augenblick warten und dann erst entscheiden. Fürs Regieren bleiben dann offenbar weder Gedankenspielraum noch Zeit", ätzt Androsch.

Was 2016 mit der Fimbag passieren wird, ist derzeit noch offen. Für die Abwicklung der Bankenhilfe wird die Gesellschaft nicht mehr gebraucht. Auflösen oder zusätzliche Aufgaben hineinpacken? Schelling hat noch nicht entschieden.

„Freiwilliger“ Abgang der AUVA-Chefin

Der Rücktritt von Renate Römer (Bild) als schwarze Obfrau der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) war erwartet worden. Römer wäre für WKO-Präsident und ÖVP-Wirtschaftsbund-ChefChristoph Leitleine zu große Belastung im schon anlaufenden Wahlkampf um die Mandate in der Wirtschaftskammer geworden. Die Kammer-Wahlen sind für Ende Februar angesetzt.

Der KURIER berichtete bereits im Juni über Aufträge der AUVA an Römers Lebensgefährten. Sowie über AUVA-Vergaben an ein Logistik-Unternehmen, das Kunde der Firma Römer ist – die von der Schwester der Obfrau geleitet wird. Volker Plass, Chef der Grünen Wirtschaft, forderte damals den sofortigen Rücktritt von Römer.

Als das Gesundheitsministerium vor wenigen Wochen die Gebarung der Obfrau in einem Prüfbericht heftig kritisierte, war klar, dass sich Römer nicht mehr halten würde. Auch wenn sie stets beteuerte, sie habe völlig korrekt gehandelt, und auf zwei Expertisen verwies. Sie hatte sich außerdem AUVA-intern erbitterte Feinde gemacht. Mit ihrem Versuch, die Effizienz der von den Arbeitgebern finanzierte Unfallversicherung zu verbessern.

Römer, der die Lehre immer schon ein Anliegen war, wird mit 1. November Sonderbeauftragte der Kammer für die Berufsmeisterschaften EuroSkills – ehrenamtlich. Am 25. November wird der sozialpartnerschaftlich besetzte Vorstand der AUVA über ihre Nachfolge entscheiden. Ihr Job als Vizepräsidentin in der Kammer wird nicht nachbesetzt.

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