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Volkswagen
03/17/2017

Ferdinand Piëch plant Ausstieg bei VW

Der langjährige Firmenpatriarch soll laut einem "Spiegel"-Bericht über einen Verkauf seiner Anteile verhandeln. Eigentümerfamilien wollten Piëch aus dem Aufsichtsrat drängen.

Knalleffekt im Volkswagen-Konzern: Firmenpatriarch Ferdinand Piëch verhandelt laut einem Bericht des Spiegel über den Verkauf seiner Anteile.

Insbesondere in der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals war der Großaktionär in Konflikt mit dem deutschen Autokonzern geraten. Der 79-Jährige hatte bei der Staatsanwaltschaft ausgesagt, er habe im VW-Aufsichtsrat auf Probleme in den USA hingewiesen, bevor der Dieselskandal aufgedeckt wurde.

Mitglieder der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch wollten dem ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden zuletzt sein letztes Aufsichtsratsmandat bei der Porsche SE entziehen. Die Clans hatten sich laut einem Bericht der Bild am Sonntag kürzlich darauf geeinigt, Piëch im Zuge einer Umstrukturierung des Gremiums zu entmachten.

Milliardenschwere VW-Beteiligung

Die Porsche SE gilt als eigentliches Machtzentrum, weil dort die milliardenschwere VW-Beteiligung liegt. Piëch hält 14,7 Prozent der Stammaktien an der Porsche SE, diese wiederum verfügt über 52 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern. Im zwölfköpfigen Aufsichtsrat sitzen alle wichtigen Familienvertreter, an der Spitze Wolfgang Porsche, Ferdinands Cousin. Die sechs Arbeitnehmervertreter hätten allerdings kürzlich angekündigt, sich aus dem Gremium zurückzuziehen. Deshalb stehe bei der Hauptversammlung am 30. Mai in Stuttgart die komplette Neuwahl des Aufsichtsrats bevor.

Die Familien bestimmen ihre sechs Vertreter, gesetzt sind laut BamS Wolfgang Porsche und Ferdinands Bruder Hans Michel Piëch. Laut Familienbeschluss solle Ferdinand Piëch keine Rolle mehr spielen. "Durch die Neuwahl gibt es die einmalige Chance", sagte eine mit der Sache vertraute Person, "Ferdinand Piëch aus dem Gremium zu werfen." Offiziell erklärte ein Porsche-Sprecher laut BamS: "Die endgültige Entscheidung fällt im Laufe der nächsten Wochen im Aufsichtsrat."

Familien Porsche und Piëch sollen dominierend bleiben

Nun verhandeln laut Spiegel die Familien, welche über ein Vorkaufsrecht verfügen, mit Piëch über die Übernahme von dessen Aktien, die gut eine Milliarde Euro wert sein sollen. Man wolle verhindern, dass ein familienfremder Investor über Stammaktien und damit über Stimmrechte verfügt. Ferdinand Piëch habe sich noch nicht dazu geäußert.

Der Enkel des legendären Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche sieht VW als sein Lebenswerk. Aus dem einstigen Übernahmekandidaten formte der Österreicher einen Weltkonzern, in dem inzwischen vom Motorrad über Pkw bis zum Schwerlaster die gesamte Automobilpalette vom Band rollt. Der Österreicher verband als langjährigerAufsichtsratschef seine Liebe zur Technik mit strenger Führung und familiärem Unternehmertum.

Piëch war bis April 2015 VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn zurück.

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