Wirtschaft
05.12.2011

Feine Tropfen für Russland

Know-how aus Österreich für Krasnodar: Der heimische Weinbauverband hat ein Abkommen mit der Wodka-Nation Russland abgeschlossen.

Nicht nur als Land der klassischen Musik ist Österreich weltweit angesehen, auch das Weinland Österreich erhält im Ausland zunehmend Beachtung. Ausgerechnet im Wodka-Land Russland setzt man nun auf heimisches Know-how, um die lokale Weinwirtschaft auf Vordermann zu bringen. Österreichs Weinbauverband hat mit der Schwarzmeer-Region Krasnodar daher ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, erzählt Verbandspräsident Josef Pleil: "Wir helfen den Russen beim System-Aufbau, z. B. wie man Interessensvertretungen schafft oder wer das Marketing macht und woher die Finanzierung kommt." Gleichzeitig wolle man langfristig zusammenarbeiten bei Weinforschung, Ausbildung oder Analytik. "Auch von unserem System der Prüfnummer und unserer Kontrollen waren die Russen angetan."

Im Gegenzug hoffen die Österreicher auf Exporterfolge: Jahrzehntelang setzte Russland bei Wein auf Importe aus Georgien oder der Ukraine. Nun liegt man mit den Ländern im Clinch und will die eigene Produktion ausbauen. "Es gibt derzeit eine Versorgungsknappheit in Russland", so Pleil.

Nicht jeden Durst wird das kleine Weinland Österreich stillen können, doch schöne Einzelerfolge sind durchaus erzielbar, glaubt Rudolf Radl. Sein Beratungsunternehmen Radl Agrar ist bereits seit 20 Jahren in der Region tätig. "Wir wollen nun heimischen Winzern schmackhaft machen, nach Russland zu exportieren." Ende August finde dafür eine Winzer-Reise nach Krasnodar statt. Mit der zunehmenden Reisetätigkeit hätten viele Russen auch Europas Weinkultur schätzen gelernt. "Dass die nur Wodka trinken, ist ein Vorurteil, das man abbauen muss."

Auch Beteiligungen an russischen Betrieben oder Betriebspartnerschaften hält Radl für möglich, das Interesse wäre da. Einzelerfolge gibt es bereits: Einige Hunderttausend Flaschen heimischen Weins werden schon nach Russland geliefert, die burgenländische Rebschule Tschida liefert zudem Millionen Setzlinge.