© REUTERS

Wirtschaft
03/02/2012

Eurosuper auf Rekordhoch

Während sich Erdöl seit Jahresbeginn um 15 Prozent verteuerte, waren es beim Sprit nur rund fünf Prozent.

von Markus Stingl

Vergangene Woche kostete Superbenzin an so mancher (Autobahn-) Tankstelle mit fast 1,60 Euro pro Liter so viel wie nie zuvor. Am Freitag war es auch im österreichweiten Durchschnitt soweit: Laut Daten des Autofahrerclubs ARBÖ mussten für Superbenzin 1,428 Euro bezahlt werden. Zuletzt kostete der Ottokraftstoff im Mai vergangenen Jahres so viel.

Diesel wurde am Freitag im Durchschnitt um 1,406 Euro feilgeboten. Auf das Allzeithoch vom Sommer 2008 fehlen somit nur noch rund vier Cent. Angesichts dieser Rekordpreise gehen natürlich die Wogen hoch. Viele Autofahrer stellen zu Recht die Frage, ob der jüngste Preisanstieg wirklich nachvollziehbar ist, Oppositionspolitiker versuchen mit populistischem Gepolter politisches Kleingeld zu verdienen.

Fakten

Die Faktenlage sieht wie folgt aus: Erdöl, also die Basis jedes Liter Treibstoffs, verteuerte sich seit Jahresanfang um rund 15 Prozent. Ein Barrel (zu 159 Liter) der für Europa maßgeblichen Nordseeölsorte Brent kostete am Freitag rund 125 Dollar. In der Nacht davor war es auf ein Vierjahreshoch von 128 Dollar geschnellt, nachdem Gerüchte über einen Pipeline-Brand in Saudi-Arabien, dem weltweit größten Ölförderland, die Runde machten. Nachdem die Meldung von offizieller Seite dementiert wurde, beruhigte sich der Ölpreis wieder. Das Beispiel veranschaulicht, wie nervös derzeit die Akteure am Ölmarkt sind.

Das schwarze Gold verteuerte sich in den vergangen zwei Monaten also um 15 Prozent. Das subjektive Gefühl so manchen Autofahrers, die Treibstoffpreise müssten zumindest im selben Ausmaß nach oben geschnellt sein, trügt allerdings. Seit Jahresbeginn waren es im Durchschnitt nur rund fünf Prozent.

Starker Euro

Zugute kommt den Autofahrern dabei der relativ starke Euro im Vergleich zum Dollar (1,33 Dollar für einen Euro). Das internationale Ölgeschäft wird nämlich in Dollar abgewickelt. Seit Anfang Jänner gewann der Euro leicht an Wert und dämpfte somit den Preisanstieg beim Sprit. Denn umgerechnet kostet das Barrel Erdöl nicht 125 Dollar sondern nur knapp 93 Euro.

Warum sich die Spritpreise dann derzeit dennoch auf Rekordniveau befinden, ist ebenfalls zum Teil mit dem Euro-Dollar-Kurs zu erklären. Die umgerechnet 93 Euro pro Fass Rohöl stellen nämlich ein Rekordniveau dar. Noch nie zuvor war Öl im Euroraum so teuer wie derzeit. Auch nicht im Sommer 2008, als Erdöl bei fast 150 Dollar das Fass notierte. Denn damals war der Euro noch um einiges stärker als derzeit (fast 1,60 Dollar für einen Euro). Mit dem Resultat, dass 2008 ein Barrel Rohöl umgerechnet nur 91 Euro gekostet hatte.

Vergleich: Wo man günstig tankt

Wien Laut Spritpreisrechner der E-Control zapfte man in Wien am Freitagvormittag bei Turmöl in der Eichenstraße 2B im 12. Bezirk Diesel am günstigsten (1,369 €). Den billigsten Eurosuper gab BP in der Stollgasse 2 (7. Bezirk) mit 1,399 €.

Die billigsten in NÖ waren bei Diesel die Avanti-Tankstelle in der Schönbrunner Allee 20 in Vösendorf (1,369 €) und bei Eurosuper die Avanti in der Tullnerbachstraße 77 in Purkersdorf (1,394 €).

Weiterführende Links

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.