Mario Draghi, Chef der EZB, rät Banken, ihre Kapitalpolster möglichst vor dem Stresstest zu füllen.

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Geldpolitik
10/21/2016

Eurokurs fällt auf tiefsten Stand seit 7 Monaten

Ultralockere Geldpolitik der EZB wirkt sich aus. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny rechnet mit Entscheidung über weitere Geldpolitik im Dezember.

Der Kurs des Euro ist am Freitag auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gefallen. Mit der Aussicht auf eine weiter ungebremste Geldflut durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe die Gemeinschaftswährung ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fortgesetzt, hieß es aus dem Handel. Am Nachmittag fiel der Kurs bis auf 1,0869 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März.

Am Morgen hatte er noch bei über 1,09 Dollar gestanden. Die EZB setzte den Referenzkurs später auf 1,0886 (Donnerstag: 1,0980) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9186 (0,9107) Euro.

Geldschleusen offen

Am Devisenmarkt wirkten Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Vortag nach. Nach der Zinssitzung der Notenbank hatte sich Draghi zwar mit konkreten Hinweisen zur weiteren Entwicklung der Geldpolitik weitgehend zurückgehalten. Allerdings machte der Notenbanker deutlich, dass ein abruptes Ende der Anleihekäufe durch die EZB unwahrscheinlich sei. Diese Aussage gilt am Markt als Ursache für die jüngste Kursschwäche des Euro.

"Am Devisenmarkt hat sich allmählich die Erkenntnis durchgesetzt, dass vor Jahresende sehr wohl eine Verlängerung der Anleihekäufe der EZB kommen kann", sagte Expertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Die Notenbank hält die Geldschleusen im Kampf gegen die flaue Konjunktur und eine schwache Inflation weit offen und pumpt jeden Monat über den Kauf von Wertpapieren 80 Mrd. Euro in den Markt. Derzeit ist das Kaufprogramm der EZB noch bis zum März 2017 befristet.

Nowotny rechnet mit EZB-Entscheidung im Dezember

OeNB-Gouverneur und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember eine Entscheidung über die Fortführung ihrer ultralockeren Geldpolitik fällen wird. Die wichtigste Frage dabei werde die weitere wirtschaftliche Entwicklung und damit auch die Inflationsentwicklung sein, sagte Nowotny am Freitag am Rande der Gewinn-Messe in Wien.

Die EZB hat gestern bei ihrer turnusmäßigen Sitzung noch keinen Anlass gesehen, ihre ultralockere Geldpolitik zu ändern. Der Rat habe nicht über einen schrittweisen Ausstieg aus den milliardenschweren Anleihenkäufe diskutiert, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Aber auch über eine Ausweitung des Programms sei nicht gesprochen worden. Klarheit dürfte die Dezember-Sitzung bringen. "Dann werden wir sagen, was wir in den nächsten Monaten tun werden", sagte Draghi.
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