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EZB-Anleihenkäufe
03/12/2015

Euro setzt freien Fall fort

Die Auswirkungen der EZB-Geldflut sind massiv - die Parität zum Dollar rückt näher.

Die neue Geldschwemme der Europäischen Zentralbank wirkt. Und zwar wie. Ein Beispiel dafür: Der Euro-Kurs befindet sich praktisch im freien Fall. Am Donnerstag fiel er zeitweise unter 1,05 Dollar - so billig war die Gemeinschaftswährung schon seit rund zwölf Jahren nicht mehr. Setze sich der Abwärtstrend in diesem Tempo fort, sei die Parität - bei der die Anleger für einen Euro einen Dollar bekommen - Anfang kommende Woche erreicht, prognostizieren Analysten.

Weiteres Beispiel: Die Renditen vieler Staatsanleihen aus dem Euroraum sinken auf Rekord-Tiefstände. Bei österreichischen Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit gab es am Vormittag auf dem Sekundärmarkt ein neues Allzeittief von 0,294 Prozent. Das heißt: Österreich kann sich immer billiger verschulden. Das trifft auch auf hoch verschuldete Euroländer zu - etwa auf Italien. Die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft konnte sich am Mittwoch praktisch zum Nulltarif refinanzieren. Am Mittwoch wurden in Rom Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von zwölf Monaten zu einer Rendite von 0,079 Prozent versteigert. Trotz Zinsen, die mit freiem Auge nicht mehr wahrnehmbar sind, ist das Interesse der Investoren ungebrochen groß. Die Nachfrage war um 1,77 Mal höher als das Angebot.

Hilfe gegen Ansteckung

Das große Anleihen-Kaufprogramm der EZB könne Euro-Länder vor einer Ansteckung mit Problemen wie in Griechenland schützen, ist EZB-Chef Mario Draghi überzeugt. "Wir haben einen weiteren Rückgang der Renditen der Anleihen von Portugal und anderen Ländern gesehen, die in Schwierigkeiten waren, trotz der wieder aufgeflammten Krise in Griechenland", sagte Draghi am Mittwoch.

Die Vorteile der winzigen Renditen für die Staaten liegen auf der Hand: Sie kommen billig an Geld. Für Anleger bedeutet das allerdings, dass sie wenig dafür bekommen, wenn sie Staaten Geld borgen. Abzüglich von Zinsensteuer und Spesen deckt der Ertrag bei weitem nicht mehr die Teuerungsrate. Investiertes Geld verliert damit laufend an Kaufkraft.

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