Wirtschaft
05.03.2013

EU will Bankkonto für jedermann

Derzeit haben 30 Mio. EU-Bürger ab 18 Jahren kein Bankkonto. Nun soll es als "soziales Grundrecht" verankert werden.

Jeder EU-Bürger soll einem Medienbericht zufolge künftig ein Recht auf ein Girokonto haben.

Die EU-Kommission wolle in den 27 europäischen Ländern ein "soziales Grundrecht" auf ein Bankkonto einführen, berichtete die Süddeutsche Zeitungam Dienstag unter Berufung auf einen Gesetzentwurf von Binnenmarkt-Kommissar Michel Barnier.

Demnach haben derzeit 30 Millionen EU-Bürger ab 18 Jahren kein Bankkonto, die meisten davon in osteuropäischen Ländern.

Teufelskreis

Viele dieser Menschen befänden sich in einem sozialen Teufelskreis, da ein Girokonto häufig die Voraussetzung für den Abschluss eines Mietvertrags oder für einen Telefon- und Internetanschluss sei. Die Betroffenen könnten so zum Beispiel nicht günstig im Internet einkaufen und von den Vorteilen des europäischen Binnenmarkts profitieren.

Das Konto für jedermann soll "grundsätzlich nötige Buchungen" ermöglichen, also Zahlungseingänge und Abbuchungen, solange das Konto im Plus bleibt, wie es in dem Bericht heißt. Die Kontoführung solle möglichst gebührenfrei angeboten werden, in Ausnahmefällen dürften die Institute "erschwingliche" Gebühren verlangen.