Wirtschaft
20.06.2018

EU verhängt ab Freitag Vergeltungszölle gegen US-Produkte

Die Maßnahmen sind eine Antwort auf jene Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte, welche die USA seit dem 1. Juni erheben.

Die Vergeltungszölle der EU im Handelsstreit mit den USA greifen ab Freitag. Ab dem Tag gelten die Strafabgaben im Wert von 2,8 Milliarden Euro auf US-Produkte, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Zuvor hatten die EU-Länder dem Vorgehen einstimmig zugestimmt.

Die Strafabgaben werden auf US-Waren wie Jeans, Erdnussbutter, Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-Motorräder und Motorräder fällig. Sie sind die Antwort der EU auf die Anfang des Monats verhängten US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl- sowie 10 Prozent auf Aluminiumimporte aus Europa. Die "einseitige und ungerechtfertigte Entscheidung der USA" lasse der EU keine andere Wahl, erklärte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström als Begründung für die Gegenmaßnahmen. Die EU könne den Rechtsbruch der USA nicht hinnehmen.

Anmeldung schon vor Wochen

Die EU hatte ihre Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Mit Spannung wird in Brüssel nun erwartet, wie US-Präsident Donald Trump reagiert. Er wirft den Europäern vor, mit einem hohen Handelsüberschuss der US-Wirtschaft zu schaden. Er drohte für den Fall europäischer Gegenzölle bereits mit Strafzöllen auch auf europäische Autos und Autoteile.

Auch im Falle Chinas hatte Trump auf Gegenmaßnahmen mit zusätzlichen Strafzöllen reagiert. Zunächst hatte er Strafzölle von 50 Mrd. Dollar (43 Mrd. Euro) verhängt, nachdem China seinerseits gleich hohe Zölle angekündigt hatte, forderte Trump Strafzölle auf weitere Importe von 200 Mrd. Dollar.