Wirtschaft 23.04.2012

EU-Staatsschulden: Zwischen 6 und 160 Prozent

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Das öffentliche Defizit in Europa wird geringer, die Verschuldung aber steigt. Die regionalen Unterschiede sind gewaltig.

Das öffentliche Defizit hat sich 2011 sowohl in der EU-27 als auch im Euroraum gegenüber 2010 verringert. Gleichzeitig ist der öffentliche Schuldenstand sowohl in der Währungszone als auch in der gesamten Europäischen Union angestiegen.

Das Defizit sank im Vorjahr in der EU-27 von 6,5 auf 4,5 Prozent, in der Eurozone von 6,2 auf 4,1 Prozent. Der Schuldenstand betrug im Euroraum 87,2 Prozent gegenüber 85,3 Prozent 2010 und in der EU-27 nahm er von 80,0 auf nunmehr 82,5 Prozent zu, wie aus jüngsten Zahlen von Eurostat hervorgeht.

Österreich im Trend

Österreichs Budgetdefizit verringerte sich von 2010 auf 2011 von 4,5 auf 2,6 Prozent. Die Staatsschuld nahm von 71,9 auf 72,2 Prozent zu.

Die höchsten Budgetdefizite wurden in Irland (-13,1 Prozent), Griechenland (-9,1), Spaniern (-8,5) und  Großbritannien verzeichnet, die niedrigsten in Finnland (-0,5), Luxemburg (-0,6) und Deutschland (-1,0) registriert.

Bei den Staatsschulden wies Griechenland mit 165,3 Prozent die höchste Quote auf, gefolgt von Italien (120,1), Irland (108,2) und Portugal (107,8). Vom estnischen Wert können die meisten Länder nur träumen – er beträgt magere 6,0 Prozent.

Ungarn überrascht

Überraschungen gab es vom Nicht-Euroland Ungarn, das zuletzt von der EU-Kommission mit drei Vertragsverletzungsverfahren in die Mangel genommen wurde und weiterhin auf den Verhandlungsbeginn über weitere Finanzhilfen von EU und IWF wartet. Die Magyaren konnten ihr Budgetdefizit von 4,2 Prozent 2010 auf einen Überschuss von 4,3 Prozent umwandeln. Allerdings wurde dafür seitens der Kommission kritisiert, dass es sich dabei nur um Einmaleffekte und keine nachhaltige Budgetsanierung handle. Die Staatsschuld ging in Ungarn aber ebenfalls zurück - und zwar von 81,4 auf 80,6 Prozent.

Erstellt am 23.04.2012