Wirtschaft
09.11.2016

Wirtschaft wächst Dank Steuerreform

Laut Herbstprognose der EU-Kommission wird Österreichs Wirtschaft aufgrund höheren Privatkonsums, bedingt unter anderem durch die Steuerreform, auch nächstes Jahr um 1,6 Prozent wachsen.

Die österreichische Wirtschaft wird 2017 um 1,6 Prozent wachsen. Die Herbstprognose der EU-Kommission vom Mittwoch ist damit unverändert gegenüber der Frühjahrsvorschau. Für das laufende Jahr erwartet die Kommission ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent. Auch das bedeutet keine Änderung gegenüber der Frühjahrsprognose.

Aufwärtstrend durch Steuerreform

In ihrem Länderbericht zu Österreich weist die Kommission darauf hin, dass der Privatkonsum der Hauptantrieb für die Entwicklung sei, gemeinsam mit der Steuerreform, die die Einkommen der Haushalte erhöht habe. Der Aufwärtstrend des Landes seit 2015 habe beibehalten werden können. Allerdings hätten sich die Exporte im ersten Halbjahr 2016 schwach entwickelt.

Auch beim Budgetdefizit sieht es für Österreich positiv aus. Die EU-Kommission sieht eine Neuverschuldung von 1,3 Prozent für 2017 voraus; in der Frühjahrsprognose waren es noch 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr wird das Haushaltsdefizit mit 1,5 Prozent demnach gleichbleiben. Für 2018 wird ein weiteres Absinken des Haushaltsdefizits auf 1,1 Prozent des BIP prophezeit. Bei der Staatsverschuldung kommt Österreich positiv voran - also von 83,5 Prozent des BIP im laufenden Jahr werden nur mehr 81,1 Prozent für 2017 und ein weiterer Rückgang auf 79,2 Prozent für 2018 vorhergesagt.

Mehr Arbeitslose, höhere Inflation

Die Arbeitslosenrate wird laut Prognose im Jahr 2017 zunehmen und von 5,9 Prozent im laufenden Jahr auf 6,1 Prozent steigen. Damit ist Österreich eines von vier Ländern mit einer Verschlechterung der Arbeitslosenquote - neben Estland, Großbritannien und Malta. In der EU und in der Eurozone werden dagegen sinkende Raten vorhergesagt. Die höchste Arbeitslosenrate 2017 wird es weiterhin in Griechenland mit 22,2 Prozent geben, gefolgt von Spanien (18,0 Prozent) und Kroatien (11,7 Prozent). Die geringsten Quoten werden demnach im nächsten Jahr Tschechien (4,1 Prozent), Deutschland (4,3 Prozent) und Ungarn (4,7 Prozent) aufweisen.

Auch bei der Inflationsrate liegt Österreich im Spitzenfeld. 2017 weist das Land mit 1,8 Prozent die vierthöchste innerhalb der 28 Staaten aus. Höher liegen nur Estland (2,6 Prozent), Großbritannien (2,5 Prozent) und Ungarn (2,3 Prozent). Für kein EU-Land wird ein Preisrückgang vorhergesagt. 2016 gab es noch in neun Staaten negative Inflationsraten. Im laufenden Jahr belegt Österreich mit einer Teuerung von 1,0 Prozent Rang drei. Belgien (1,7 Prozent) und Schweden (1,1 Prozent) wiesen eine noch höhere Inflationsrate auf.

Wachstumsaussichten für die EU nach unten korrigiert

Die Wirtschaftsleistung in der EU wird sich nach der am Mittwoch von der EU-Kommission präsentierten Herbstprognose für 2017 um 1,6 Prozent steigern. Für die Eurozone prognostizierte die Brüsseler Behörde ein Plus von 1,5 Prozent. EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici erklärte, es handle sich um ein "gemäßigtes Wachstum in schwierigen Zeiten". Damit hat die Kommission ihre Prognose gegenüber dem Frühjahr nach unten revidiert. Damals war noch von einem Wachstum von 1,8 Prozent in der Eurozone und von ebenfalls 1,8 Prozent in der EU für das nächste Jahr ausgegangen.

Das Defizit in der EU soll für das laufende Jahr 2,0 Prozent betragen, 2017 auf 1,7 Prozent sinken und 2018 weiter auf 1,6 Prozent abnehmen. Für die Eurozone wird der heurige Budgetabgang mit 1,8 Prozent vorhergesagt, im nächsten Jahr sind 1,5 Prozent ausgewiesen, ebenso für 2018.

Infografik zur Herbstprognose