Wirtschaft
31.10.2017

Erste Verhandlungsrunde zum Handels-KV

Die Arbeitnehmervertreter fordern ein "ordentliches reales Plus", die Arbeitgeberseite schlägt eine Senkung der Sozialversicherung und Lohnsteuer vor. Ein Lob für die Sozialpartnerschaft und die Kammer-Pflichtmitgliedschaft gab es von beiden Seiten.

Dienstagnachmittag ging die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 400.000 Handelsangestellten zu Ende. Als Ausgangpunkt für die Verhandlungen ziehen die Sozialpartner eine Inflationsrate von 1,9 Prozent für den Zeitraum Oktober 2016 bis September 2017 heran.

Die Verhandlungspartner bezeichneten die erste Gesprächsrunde als "konstruktiv". Ziel der kommenden Verhandlungsrunden am 14. und am 22. November sei es, trotz unterschiedlicher Standpunkte eine für beide Seiten tragbare Lösung zu finden, so die Chefverhandler Peter Buchmüller (Obmann Bundessparte Handel WKÖ) und Franz Georg Brantner (Vorsitzender Wirtschaftsbereich Handel GPA-djp).

Aktuell liegt das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte im Handel bei 1.546 Euro brutto pro Monat, das sind 1.227,50 Euro netto laufender Bezug. Beim Abschluss im vergangenen Jahr einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf eine Erhöhung der Mindestgehälter von im Schnitt 1,33 Prozent. Ab 1. Dezember 2017 gilt der neue, reformierte Handels-KV mit einem Mindestgehalt von 1.600 Euro. Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben allerdings bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen.

Die Ausgangslage

Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer wollten zu Verhandlungsbeginn einen Zielwert für das Gehaltsplus nennen. Lob gab es von beiden Seiten für die zuletzt kritisierte Sozialpartnerschaft und Kammer-Pflichtmitgliedschaft.

"Eine ordentliche reale Erhöhung" forderte die Arbeitnehmer-Verhandlerin und Wirtschaftsbereichssekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Anita Palkovich. Ein deutliches Gehaltsplus würde die Kaufkraft stärken.

Für Arbeitgeber-Verhandler Peter Buchmüller, Obmann der WKÖ-Bundessparte Handel, sollte es bei niedrigeren Gehältern eine Entlastung bei der Sozialversicherung und Einkommenssteuer geben. Laut Buchmüller könnte der Handel zusätzlich "einige tausend Lehrlinge" einstellen. "Es gibt sie aber nicht am Markt", sagte der Arbeitgeber-Verhandler.

1.700 Euro Mindestlohn längerfristig

Die Gewerkschaft will längerfristig ein Mindestgehalt von 1.700 Euro im Handel erreichen. Aktuell liegt das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte bei 1.546 Euro brutto pro Monat, das sind 1.227,50 Euro netto laufender Bezug.

Beim Abschluss im vergangenen Jahr einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf eine Erhöhung der Mindestgehälter von im Schnitt 1,33 Prozent. Ab 1. Dezember 2017 gilt der neue, reformierte Handels-KV mit einem Mindestgehalt von 1.600 Euro. Die rund 80.000 Handelsbetriebe haben allerdings bis Ende 2021 Zeit, auf das neue Schema umzusteigen. Profiteure des reformierten Handels-KV sind Junge bzw. Berufseinsteiger, Älteren hingegen werden künftig weniger Vordienstzeiten angerechnet, wodurch sie "günstiger" werden und dadurch leichter wieder einen Job finden sollen.