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Wirtschaft
07/31/2012

Erste: Ungarn und Rumänien belasten Ertrag

Die Erste Group verdiente in den ersten sechs Monaten deutlich weniger. Ihre Kapitalpolster aber sind dicker geworden.

von Irmgard Kischko

Das Schlimmste ist überstanden." Andreas Treichl, Chef der Erste Group, gibt sich trotz der schwachen Halbjahreszahlen der Bank, die den Aktienkurs drückten, zuversichtlich. Denn die Erste Group verfüge über eine starke Eigenkapitalbasis und ausreichend Liquidität. "Wir fühlen uns im Juli 2012 wesentlich besser als im Juli 2011", stellt Treichl daher fest.

Gelungen ist die Kapitalstärkung zum einen aus den Gewinnen der Bank, zum anderen durch den Abbau von Risikokrediten im Ausmaß von 5,1 Milliarden Euro. Dadurch wurde die Basis für die Berechnung des Eigenkapitals verringert.

Die Aktionäre der Bank aber legen ihr Augenmerk auf den Gewinn und der sank im ersten Halbjahr nach Steuern um knapp 13 Prozent auf 453,6 Millionen Euro. Gedrückt wurde der Gewinn vor allem durch die Geschäfte in zwei Ländern: Ungarn und Rumänien.

Ausfälle

In beiden Ländern stiegen die faulen Kredite – insbesondere auch im Immobilienbereich. In Ungarn schlug zudem die von der Regierung vorgeschriebene Subventionierung von Fremdwährungskrediten mit 75,6 Millionen negativ zu Buche. Die Erste Group hat auf die schwierige Situation in Ungarn mit einem scharfen Sparkurs reagiert: 41 Filialen wurden geschlossen, zwölf Prozent der Mitarbeiter abgebaut. In Rumänien wurde der Firmenwert der Tochterbank BCR im ersten Halbjahr um weiter 210 Millionen Euro reduziert, die Bank wird restrukturiert.

Die Tochterbank in Ungarn erhöhte in den ersten sechs Monaten 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ihren Verlust um 42 Prozent auf 73 Millionen Euro. Bei der BCR stieg der Verlust von zwei auf 141 Millionen Euro.

Treichl ist allerdings überzeugt, dass die Töchter der Erste Group in Osteuropa in den kommenden Jahren eine starke Stütze werden: "Im Euro wird es schwierig. Die Erste Group ist in einer Region mit Ländern tätig, die nicht im Euro sind und deren Produktivität sich verbessert." Der Erste-Group-Chef kann sich sogar vorstellen, die serbische Tochter der Hypo-Alpe-Adria-Bank zu erwerben.

Positiv ausgewirkt haben sich auf den Gewinn der Erste Group Immobilienverkäufe, die 42,7 Millionen Euro einbrachten, und der billige Rückkauf von sogenannten Hybrid-Anleihen. Das brachte der Bank 413 Millionen Euro an Zusatzerträgen ein.

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