© Erste Group/Fischka

Wirtschaft
04/30/2012

Erste Group Quartalsbilanz: 346 Mio. Gewinn

Die Osttöchter in Ungarn und Rumänien bilanzierten im Auftaktquartal tiefrot. Dennoch konnte die Erste Group einen Gewinn einfahren.

Trotz hoher Abschreibungsverluste aus dem Kreditgeschäft in Ungarn und Rumänien konnte die Erste Group im ersten Quartal einen Nettogewinn von 346,5 Mio. Euro einfahren – um 7,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Vorsteuergewinn lag somit Ende März 2012 bei 487,1 Mio. Euro (+ 3,4%). Der Gewinn je Aktie lag bei 80 Cent (76 Cent).

Abgefangen wurden die Abschreibungsverluste mit dem Rückkauf eigener Hybridanleihen. Im ersten Vierteljahr 2012 flossen daraus 250,6 Mio. Euro, im laufenden zweiten Quartal stehen aus dem Rückkauf von Tier-1- und Tier-2-Anleihen nochmals 160 Mio. Euro Einmalerlös an.

Der Zinsüberschuss war mit 1,337 Mrd. Euro um 2,7 Prozent höher, der Provisionsüberschuss aber mit 430,3 Mio. Euro um 5,5 Prozent tiefer, stark eingebrochen ist das Handelsergebnis. Hier hatte es im Vergleichsquartal 2011 hohe Aufwertungsgewinne gegeben, deshalb fiel das Handelsergebnis damals außergewöhnlich stark aus.

Obwohl die Betriebskosten gesenkt wurden, sank das Betriebsergebnis, weil die Betriebserträge schrumpften. Vor allem wegen des starken Rückgangs im Handelsergebnis um 60 Prozent von 236,7 auf 93,6 Mio. Euro sank das Betriebsergebnis im Quartal um 11,2 Prozent auf 915 Mio. Euro.

Die Gesamt-Kreditwertberichtigungen stiegen - wegen der Sonderbelastungen in Ungarn und der Entwicklung Rumänien - um 26 Prozent auf 580 Mio. Euro. Die Bond-Rückkäufe hingegen pushten den sonstigen betrieblichen Erfolg.

Ost-Geschäft

Hohe Kreditabschreibungen von 98,6 Mio. hinterließen bei der Rumänien-Tochter BCR im Quartal einen Verlust von 72,2 Mio. Euro. In Ungarn – hier waren Vorsorgen und Wertberichtigungen in Höhe von 75,6 Mio. Euro nötig - lag der Verlust der dortigen Tochter bei 81,8 Mio. Euro. Rot bilanzierte auch die Ukraine-Bank mit 8,2 Mio. Euro Nettoverlust.

Tschechien (Gewinn: 144 Mio. Euro) lief positiv, die kleine Serbientochter ist in der Gewinnzone. In Kroatien wurde der Gewinn auf 6 Mio. Euro in etwa halbiert. In der Slowakei gab es stabile Zahlen, mit 43,3 Mio. Euro Nettoprofit nach 45,4 Mio. Euro im Jahr davor.

Von 39 auf 50,5 Mio. Euro angehoben hat ihren Nettogewinn die Erste Bank Österreich. Treichl ist mit der Entwicklung in den Kernmärkten Österreich, Tschechien und der Slowakei sehr zufrieden, wie er den Aktionären schrieb.

Im Gesamtjahr 2012 erwartet der Erste-Konzernchef ein "stabiles Betriebsergebnis". Die Kreditrisikokosten sollten auf etwa 2 Mrd. Euro sinken, blieben allerdings wegen der außerordentlichen Vorsorgen in Ungarn (Stichwort: Fremdwährungskredit-Konvertierung) und in Rumänien belastet.

Kernkapital

Laut Mitteilung vom Montag hat die Bank per Ende März die von der europäischen Aufsicht EBA für Ende Juni vorgegebene Kapitalquote von neun Prozent schon übertroffen. Die EBA-Eigenkapitalquote lag bei 9,7 Prozent. Ohne Einbeziehung des Quartalsgewinns waren es laut Konzernchef Andreas Treichl 9,1 Prozent. Die Bank werde "sämtliche Kapitalanforderungen - EBA und Basel III - problemlos, nachhaltig und termingerecht erfüllen", schrieb der Vorstand.

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