Wirtschaft
03.11.2017

Erste-Group-Aktie gibt trotz Gewinnplus nach

Die Erste verspricht eine Erhöhung der Dividende. Die Situation in Zentral- und Osteuropa hat sich verbessert.

Die Erste Group hat am Freitag anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal ihre Ankündigung bekräftigt, die Dividende für 2017 anzuheben. Für 2016 hatte das Institut einen Euro je Aktie ausgeschüttet. Den Aktionären winkt für heuer mehr Geld, obwohl der Gewinn nach drei Quartalen unter dem des Vergleichszeitraums des Vorjahres liegt.

Für die ersten neun Monate 2017 wies die Bank einen Nettogewinn von 987,6 Millionen Euro aus, ein Minus von 16,2 Prozent. Im Vorjahr hatte allerdings der Verkauf der Visa-Europe-Beteiligung das Ergebnis aufgefettet.

Die Abschreibungen auf Kredite waren nach den ersten neun Monaten mit 71 Millionen Euro etwas höher als voriges Jahr um diese Zeit, im dritten Quartal 2017 hat sich der Wert jedoch verbessert. Vor allem aus Ungarn gab es Zuflüsse aus bereits abgeschriebenen Darlehen. Der Anteil der Not leidenden Ausleihungen sank per Ende September auf 4,3 Prozent, was der niedrigste Wert seit 2008 ist.

Mehr Kredite

Im dritten Quartal lag der Nettogewinn mit 363 Millionen Euro um 7,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Ein Grund dafür war die Auflösung von Rückstellungen für faule Kredite. Gleichzeitig reichte die Bank mehr Kredite aus und warb mehr Einlagen ein. Da sich die Wirtschaft in vielen zentral- und osteuropäischen Ländern, in denen die Erste Group tätig ist, gut entwickelte, stabilisierte sich der Zinsüberschuss trotz niedriger Zinsen.

Die Bank ist auf einem guten Weg, die Ziele für 2017 zu erreichen, kommentiert Erste-Chef Andreas Treichl das Quartalsergebnis. Er will neben der Dividendenerhöhung eine Eigenkapitalverzinsung von über zehn Prozent erreichen.

Das Ergebnis überzeugte jedoch nicht alle Anleger. Die Aktie der Erste Group büßte bis Nachmittag rund fünf Prozent ihres Wertes ein. Gemeinsam mit Andritz drückte die Erste Group den ATX um 1,16 Prozent.