Wirtschaft
10.03.2014

Erneuerbare Energie statt Gas-Importe

Energieimporte kosten mehr als Bildung. Die Ukraine-Krise muss ein Weckruf sein, fordert EEÖ-Präsident Plank.

Jährlich importiert Österreich für mehr als eine Milliarde Euro Gas aus Russland. Für Energieimporte wurden 2012 mehr als 17 Milliarden Euro ausgegeben. Der Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie, Josef Plank, empfiehlt die Energiewende als Strategie „zum Abbau der enormen Abhängigkeit“. Statt gemäß der EU-Vorgabe Förderungen zu reduzieren, sollten vielmehr „Hemmnisse“ für erneuerbare Energieträger beseitigt werden.

"Die jetzige Krise in der Ukraine muss ein Weckruf für jene Politiker sein, die die Energiewende bremsen wollen. Mittlerweile geben wir mehr für Energieimporte als für Bildung aus. Auch sind wir mit dem Gashahn erpressbar geworden", so Plank.

Plank drängt auf die Abschaffung der Deckelung für die Förderung von erneuerbarer Energie. Steigende Strompreise würde dazu beitragen, dass sich Investitionen in die Energiewende leichter rechnen.

"Wir sind mit dem Gashahn erpressbar geworden", EEÖ-Präsident Josef Plank

Sowohl Plank als auch E-Control-Vorstand Martin Graf drängen auf Maßnahmen für eine Verbesserung der Energieeffizienz. Wenn weniger verbraucht wird, muss auch weniger importiert werden.

Laut Graf ist der Stromimport deutlich gestiegen, weil „mehr Strom verbraucht und weniger im Inland produziert wurde“. Wegen des niedrigen Großhandelspreises für Strom rentieren sich Gaskraftwerke derzeit nicht.

Einspeisetarife

Ein Grund für den niedrigen Großhandelspreis sind die subventionierten Einspeisetarife für erneuerbare Energieträger. Der Ökostrom kann billig verkauft werden, weil er von den Haushalten über die Ökostromabgabe bezahlt wird. Ein Betreiber von Kernkraftwerken in Großbritannien will auch ein Stück Förderkuchen. Er verlangt einen garantierten Einspeisetarif, weil Atomstrom den CO2-Ausstoß senkt. Die Chancen, dass die EU das Atomfördermodell akzeptiert, stehen gut.

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Biogas

Potenzial für die Verringerung von Gasimporten liege auch in der Erzeugung von Methan aus Biogas. "Rund zehn Prozent des jetzigen Erdgasbedarfs können so ersetzt werden. Vor allem im Reststoffbereich liegt noch viel Potenzial", sagt Plank.

Im Strombereich sei bei einer "konsistenten Politik schon ab 2020 eine vollständige Umstellung auf heimische erneuerbare Energien möglich". Das Potenzial sei jedenfalls vorhanden, so der EEÖ.