Wirtschaft
02.12.2016

Erdogan: Türken sollen Devisen nicht "unter Kopfkissen" horten

Türkei importiert viel mehr Waren als sie exportiert. Die türkische Währung hat heuer gegenüber dem US-Dollar um 17 Prozent an Wert verloren.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bürger dazu aufgerufen, ausländische Devisen in Gold oder die Landeswährung Lira zu tauschen. Wer Fremdwährungen "unter dem Kopfkissen" horte, solle sie jetzt umtauschen, sagte der Staatschef am Freitag in Ankara. Zugleich betonte er, der Weg zu höherem Wachstum führe nur über niedrigere Zinsen.

Investoren sollen angelockt werden

"Mehr sage ich dazu nicht. Wir werden Investoren den Weg mit niedrigen Zinsen bahnen", fügte er hinzu. Die Äußerungen Erdogans drückten die Landeswährung unmittelbar nach der Rede auf ein Rekordtief zum Dollar. Die Währung hat dieses Jahr zum Dollar bereits um 17 Prozent abgewertet.

Die Schwäche der Lira macht es den Währungshütern schwer, die von Erdogan eingeforderte geldpolitische Lockerung in die Tat umzusetzen. Die Zentralbank hatte sich jüngst über die Warnungen des Präsidenten vor einer Hochzinspolitik hinweggesetzt und erstmals seit Jahren die Zügel gestrafft.

Lira-Schwäche macht Importe teuer

Die Türkei importiert deutlich mehr Waren als sie exportiert, wodurch ihre internationalen Verbindlichkeiten ansteigen. Die Schwäche der Lira macht Einfuhren teurer - insbesondere Energie. Vor diesem Hintergrund halten es manche Experten für nicht ausgeschlossen, dass die von der Politik unabhängigen Währungshüter geldpolitisch weitere Schritte nach oben folgen lassen.