Wirtschaft 05.12.2011

Enorme Preisunterschiede bei Handwerkern

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Die AK hat verschiedene Angebote in Wien verglichen. Welcher Handwerker wie viel kosten darf und worauf man achten sollte.

Die Preisunterschiede bei den einzelnen Handwerkern sind enorm, hat die Arbeiterkammer bei einem Vergleich verschiedener Angebote in Wien festgestellt.

AK-Konsumentenschützerin Manuela Delapina rät, "die Preise zu vergleichen und mehrere Angebote einzuholen". Bei den Fahrtkosten sollten sich die Konsumenten genau erkundigen, was verrechnet wird. Besonders teuer wird es bei Notfällen am Wochenende oder am Feiertag. Zum reinen Stundensatz kommen meist noch die Fahrtkosten bzw. eine Fahrzeugpauschale hinzu. Manchmal wird durch die Bezirksgrenze zwischen Kunden und Betrieb der Preis noch höher. Wer einen Notdienst ruft, zahlt noch kräftiger - je nachdem, ob dieser außerhalb der Betriebszeiten, am Sonn- oder Feiertag kommt.

Die AK hat die Preise bei zwölf Elektrikern, 16 Glasern, 13 Schlossern, 38 Installateuren, Thermen-Werkskunden- und Notdiensten in Wien erhoben.

Stundensätze im Überblick

Der Stundensatz für einen Elektriker-Monteur beträgt durchschnittlich rund 69 Euro. Als Mindestarbeitszeit werden im Schnitt 28 Minuten verrechnet, auch wenn nur 15 Minuten gearbeitet wird, so die AK.

Der reine Stundensatz für einen Glaser beträgt im Durchschnitt 66 Euro. Konsumenten müssen für eine Glaser-Facharbeiterstunde inklusive einer viertel Stunde Wegzeit und Fahrkosten im eigenen Bezirk mit 58 bis 124 Euro rechnen, außerhalb des Bezirks mit 90 bis 156 Euro. Im schlimmsten Fall kann an einem Feiertag eine Stunde Glaser-Notdienst, wenn Konsumenten nicht im gleichen Bezirk wie der Glaser wohnen, bis zu 233 Euro kosten.

Wer sich selber aus der Wohnung aussperrt, muss auch tief in die Tasche greifen: Ein Aufsperrdienst im gleichen Bezirk, in dem der Konsument wohnt, verlangt mit Aufsperren und Fahrtkosten durchschnittlich 89 Euro (60 bis 105 Euro). Müssen die Aufsperrdienste in einen anderen Bezirk ausrücken, verlangen sie im Schnitt 96 Euro (ohne Materialkosten).

Eine Monteursstunde eines Gas-Wasser-Installateurs kostet knapp 67 bis 82 Euro. Der Thermen-Werkskundendienst hat einen Stundensatz von 67 bis 98 Euro. Alle geprüften Werkskundendienste verrechnen zusätzlich eine Fahrtkostenpauschale - im Schnitt 70 Euro innerhalb Wiens und der Wiener Umgebung bis 25 Kilometer. Eine Installateur-Notdienststunde kostet 60 bis 95 Euro. Wer den Notdienst am Sonntag ruft, muss mit 153 bis 246 Euro rechnen, wenn der Betrieb im gleichen Bezirk wie der Konsument ist.

Tipps

Die Konsumenten sollten auf die Entfernung des Handwerkbetriebs zur Wohnung achten. Für einen Kostenvoranschlag muss man nur bezahlen, wenn der Betrieb vorher ausdrücklich darauf hinweise. Ein Kostenvoranschlag gilt als verbindlich, wenn nicht ausdrücklich das Gegenteil (also unverbindlich, circa, ungefähr) erklärt ist. Bei einem verbindlichen Kostenvoranschlag darf der Betrieb nicht mehr verrechnen, wenn er falsch kalkuliert hat. Bei einem unverbindlichen Voranschlag muss der Betrieb vorher mit dem Kunden Rücksprache halten, sollten die Kosten beträchtlich höher sein als im Voranschlag, also mehr als zehn bis 15 Prozent.

Die Handwerkerpreise können im Internet unter http://wien.arbeiterkammer.at eingesehen werden.

Erstellt am 05.12.2011