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Strom und Gas
03/11/2015

Energieversorger-Wechsel: Einige Tausender sparen

Umstieg würde Österreichs Klein- und Mittelbetrieben viel Geld bringen.

von Irmgard Kischko

Es ist höchst verwunderlich: Da leiden Österreichs Klein- und Mittelbetriebe unter hohen Steuern und Kosten. Aber dort, wo sie am einfachsten sparen könnten, schauen sie nicht hin.

"Ein Umstieg vom traditionellen Energieversorger zu einem billigen Lieferanten bringt Tausende Euro Ersparnis im Jahr", betont Martin Graf, Vorstand der Energiemarktaufsicht E-Control. Dennoch haben im Vorjahr nur 2,8 Prozent der heimischen Klein- und Mittelbetriebe ihren Stromversorger und 3,4 Prozent den Gasversorger gewechselt. Und das waren sogar die höchsten Wechselzahlen seit der Liberalisierung.

Bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten könnten sich die Betriebe ersparen, würden sie einen neuen Energieanbieter suchen. Während die Energiekosten-Stopp-Aktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) die Wechselwilligkeit bei den privaten Energieverbrauchern deutlich erhöht habe, sei sie vor allem bei den kleinen Gewerbebetrieben stagniert.

Preisvergleiche

Den Kleinunternehmen hat nämlich lange Zeit ein Vergleich der Energiepreise gefehlt. Denn für sie gelten andere Tarife als für Haushalte. Vor einem Jahr hat die E-Control daher den Gewerbe-Tarifkalkulator online gestellt.

Dazu gibt es seit Jahresbeginn einen monatlichen Preismonitor der E-Control. Dieser enthält für alle Bundesländer einen Überblick über die Höchst- und Tiefstpreise für Strom und Gas. Für mittelgroße Unternehmen mit einem Stromverbrauch von 100.000 kWh bis zu 5 GWh und einem Gasverbrauch von 400.000 kWh bis zehn GWh gibt es zudem den EnergiepreisCheck. Dabei informieren sich die Kunden gegenseitig über ihre Tarife. Denn für sie gibt es keine Standardprodukte, sondern maßgeschneiderte Angebote. Ein Vergleich über einen Tarifkalkulator ist daher nicht möglich.

Graf rät Unternehmen, sich die Preisvergleiche anzusehen. Es hätten zwar auch traditionelle Versorger Preise gesenkt, viele alternative Anbieter seien aber billiger. "Die Energiefirmen verdienen bei den Kleinbetrieben am besten", sagt Graf. Manche Versorger versuchen jetzt sogar, Kosten aus dem Energieeffizienzgesetz auf Betriebe zu überwälzen. E-Control und Wirtschaftskammer reagierten empört. Die Kammer hat eine Checkliste auf die Webseite gestellt, anhand derer Betriebe erkennen, welche Energiekosten gerechtfertigt sind.

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