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CO2-Emissionen
11/13/2013

Energiepolitik: OMV-Chef Roiss fordert mehr Balance

Europa habe klare Klima-Ziele, vergesse dabei aber auf die Auswirkung auf Beschäftigung und Wachstum.

von Irmgard Kischko

Europa laufe Gefahr, viel Geld für Klimaschutz und erneuerbare Energien auszugeben, trotzdem aber die Klimaziele zu verfehlen und Industrieinvestitionen sowie Jobs zu verlieren. OMV-Chef Gerhard Roiss kann der Klima- und Energiepolitik der EU wenig Gutes abgewinnen.

„Ich halte den Klimaschutz für sehr wichtig. Aber wir brauchen eine Balance zwischen Energie- und Industriepolitik“, sagte Roiss anlässlich der Präsentation des „World Energy Outlook“ der Internationalen Energieagentur (IEA) am Mittwoch in der Wiener Hofburg. „Es könnte sein, dass Europa einen hohen Preis für wenig Wirkung zahlt“, warnt er. Denn der Anteil Europas an den weltweiten Treibhausgas-Emissionen betrage nur elf Prozent und werde in den nächsten Jahren in Richtung sieben Prozent sinken. „Was bringt es, wenn die energieintensive Industrie Europa verlässt und dafür in China unter wesentlich weniger strengen Umweltauflagen produziert?“, fragt Roiss. Europa verbessere die globale Klimabilanz damit nicht, die Emissionen würden nur auf einen anderen Kontinent verschoben.

Der OMV-Chef fordert daher klare europäische Ziele für Beschäftigung und Investitionen der Industrie. „So wie es ein Klimaziel gibt, brauchen wir auch ein Ziel für Jobs. Wir müssen den jungen Menschen erklären, welche Auswirkungen die Klimapolitik auf die Beschäftigung hat“, betont Roiss.

Der Chef-Volkswirt der IEA Fatih Birol, der an der Wiener Technischen Universität studiert hat, hat drei Vorschläge, wie Europa die Nachteile des vergleichsweise teuren Erdgases in den Griff bekommen könnte. Erstens durch Energiesparen sowie Steigerung der Energieeffizienz; zweitens durch Neuverhandlung der Gas-Importpreise mit den Russen und drittens durch Nutzung eigener Vorkommen, insbesondere des Schiefergas.

Erdgas-Subventionen

In Deutschland hat der Chef des größten Energiekonzerns E.ON Johannes Teyssen eine Debatte über Subventionen für Gaskraftwerke angefacht. Trotz Milliardengewinnen des Konzerns fordert Teyssen staatliche Hilfe für Gas- und Kohlekraftwerke. Sie seien wegen des tiefen Börse-Strompreises nicht rentabel.

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