Wirtschaft 23.03.2012

Emirates: Kein Paket für AUA-Piloten

© Bild: Maxwells

Piloten werden bei der Wüstenairline dringend gesucht, für AUA-Kapitäne gibt es aber keine Sonderkonditionen.

Die Überflieger aus Dubai wollen heuer 450 Piloten einstellen. Die AUA hat derzeit 578 – ihnen droht ein drastisches Sparpaket, weshalb etliche den Wechsel zur Konkurrenz überlegen. Denn bei Emirates stehen die Signale weiterhin auf Expansion. „Wir wachsen um fast 20 Prozent pro Jahr, in Europa schrumpfen die Airlines“, sagt Thierry Antinori. Der Emirates Vertriebschef wäre 2011 beinahe in den AUA-Vorstand eingezogen.

AUA-Piloten, die nun glauben, sie würden bei Emirates mit Sonderkonditionen erwartet, werden enttäuscht. „Wir haben kein spezielles Angebot für AUA-Piloten. Wir freuen uns über jede Bewerbung und wissen, dass sie gut ausgebildet sind. Aber unsere Piloten kommen aus vielen Ländern“, stellt Thierry Antinori klar. Pro Jahr würden sich insgesamt mehrere Tausend Piloten bewerben: „Wir brauchen gute Mitarbeiter, die machen den Unterschied. Denn die Boeing-777 der Konkurrenz fliegt mit derselben Geschwindigkeit.“

Die Flotte besteht zum Großteil aus nagelneuen Langstrecken-Flugzeugen. Derzeit sind 100 Boeing-777 und 21 A-380 im Einsatz. Bis Ende des Jahres werden vom größten Passagierflugzeug der Welt noch zehn Stück erwartet, bis 2017 sollen alle 90 bestellten Riesen-Jumbos eintreffen. Die älteren Flieger A-340 und A-330 werden in den kommenden Jahren ausgemustert. Dann werden nur noch Langstrecken-Maschinen im Einsatz sein.

Die effiziente Flotte ist einer der Gründe für den wirtschaftlichen Erfolg. Kritik, Emirates würde billiger tanken, lässt Antinori nicht gelten: „Wir zahlen Marktpreise. Punkt.“ Die hohen Kerosinpreise würden Emirates genauso zu schaffen machen wie den anderen Airlines: „Die Treibstoffkosten haben sich um 1,5 Milliarden Dollar erhöht. Wir werden voraussichtlich profitabel bleiben, aber wir sind nicht immun gegen den Anstieg der Ölpreise.“

Heuer wollen die Staatsflieger aus Dubai noch mindestens 10 neue Destinationen in ihr Streckennetz aufnehmen. Ab 25. März könnte Emirates 14 Mal pro Woche nach Wien fliegen, anstatt wie bisher 13 Mal. Die Entscheidung des Verkehrsministeriums ist noch ausständig. Seit einem halben Jahr muss Emirates den österreichischen Behörden mitteilen, wohin wie viele Passagiere ab Wien fliegen. Das Ergebnis: Vier von fünf Emirates-Passagiere fliegen über Dubai zu Zielen, die nicht von der AUA bedient werden. „Wir haben bewiesen, dass unsere Flüge positiv für Österreich sind. Wir bringen mehr Passagiere nach Wien. Emirates ist nicht entscheidend für den Misserfolg der AUA“, sagt Antinori.

Bei der Präsentation in Dubai wurde die AUA übrigens als Marionette der Mutter Lufthansa dargestellt.

Mehr arabische Gäste denn je

Bezaubernde Nächte in Wien – mit diesem Slogan sollen arabische Gäste zu einer Reise nach Österreich motivieren werden. Es klappt: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl arabischer Gäste in Österreich verfünffacht. Alleine 2011 verzeichnete man einen Anstieg von fast 29 Prozent auf 527.000 Nächtigungen und überholte damit erstmals die Schweiz. „Araber wollen eine für sie exotische Natur, historische Städte und sie empfinden die Österreicher als freundlich“, erklärt Klaus Ehrenbrandtner von der Österreich Werbung in Dubai. Der österreichische Tourismus kann sich über das Plus an Nächtigungen freuen, die Gäste aus dem Nahen Osten gelten als besonders spendabel: Sie geben für ihre Unterkunft in Wien um 75 Prozent mehr aus als der Durchschnittsgast. Auch in Zell am See, in Salzburg, dem Gasteinertal und Innsbruck gefällt es ihnen gut. Mit ein Grund für den Anstieg sind die vielen Direktverbindungen: Seit 2003 hat sich die Zahl verneunfacht, 27-mal pro Woche wird Wien angeflogen. „Jeder Flieger, der nach Wien fliegt, ist gut für den österreichischen Tourismus“, sagt Ehrenbrandtner. Ob mit der AUA, Emirates oder Qatar ist dabei nebensächlich.

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Erstellt am 23.03.2012