Nur saisonale Lebensmittel im Bio-Kistl anzubieten ist zu wenig.

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Landwirtschaft
01/11/2017

Einkauf im Bio-Webshop: Ausgerechnet Bananen

Die Konsumenten sind allein mit regionalen Produkten nicht zufrieden.

von Andreas Anzenberger

Die Produzentenpreise von wichtigen Agrarprodukten wie etwa Milch oder Fleisch sind im vergangenen Jahr gesunken. Deshalb bemühen sich immer mehr Bauern um Direktvermarktung.

"Die Bauernmärkte haben dafür bei weitem nicht ausgereicht." Ekkehard Lughofer, Marketingleiter des Biohofs Adamah (www.adamah.at), weiß wovon er spricht. Er kennt die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Direktvermarktung von Agrar-Produkten. Im Internet werden Bio-Produkte angeboten und im Bio-Kistl ins Haus oder ins Büro ausgeliefert. Der Jahresumsatz des Biohofs Adamah liegt mittlerweile bei 10 Millionen Euro.

Volles Sortiment

Allerdings läuft das Geschäft nicht so, wie sich das viele Bauern vorstellen. "Mit regional ist das neue Bio kann ich wenig anfangen", berichtet Lughofer aus der Praxis. Die Konsumenten sind nämlich gewohnt, im Lebensmitteleinzelhandel das ganze Jahr über das volle Sortiment angeboten zu bekommen. Das erwarten sie auch beim Einkauf von Bioprodukten im Internet . "Die Verlockungen des Supermarktes", so Lughofer, sind zu groß. Es reicht also nicht aus, nur regionale und saisonale Lebensmittel anzubieten. Der Biohof Adamah arbeitet mit insgesamt 160 Partnern zusammen. Nur so kann über das ganze Jahr ein umfangreiches Bio-Sortiment verkauft werden. Dazu gehören auch Bananen und Orangen. "In einer perfekten Welt würde ich nur das Regionalkistl verkaufen", verspricht Lughofer. Aber die Verhältnisse sind nun mal nicht so. Dazu kommt eine zunehmende Individualisierung. Die Käufer wollen sich ihr Bio-Kistl selbst zusammen stellen.

Trotz dieser Voraussetzungen ist Direktvermarktung ein Weg um den Wertschöpfungsanteil der Bauern zu erhöhen, betont der Bundesobmann der Jungbauern, Stefan Kast. Deshalb wurde von den Jungbauern die Broschüre "Innovative Vermarktungsformen in der Landwirtschaft " aufgelegt. "Wir müssen bei der Vermarktung vom Mittelalter ins 21.Jahrhundert kommen. "