Wirtschaft
29.04.2012

Einigung im AUA-Gehaltsstreit

Vorstand und Betriebsrat einigten sich auf einen Kollektivvertrag. Die Belegschaft muss noch abstimmen.

Bord-Betriebsratschef Karl Minhard holte sich am Montag auf der Betriebsversammlung der AUA-Piloten und Flugbegleiter Rückendeckung. Dann ging es schnell. Am Dienstag einigten sich Betriebsrat und Vorstand auf einen neuen, billigeren Kollektivvertrag  für die fliegenden AUA-Mitarbeiter. Eine letzte Hürde muss  allerdings noch genommen werden. Die Belegschaft wird von Donnerstag bis Sonntag bei Informationsveranstaltungen informiert, noch diese Woche findet eine Abstimmung im Internet statt. Sollte die Mehrheit der Mitarbeiter zustimmen, ist die Einigung fixiert. Wenn nicht, dann wird der vom AUA-Aufsichtsrat beschlossene Betriebsübergang auf die kostengünstigere Tochter Tyrolean durchgezogen. Die ersten Piloten sind bereits auf Umschulung.

AUA-Chef Jaan Albrecht und Minhard informierten die Belegschaft am Dienstag Abend in einem gemeinsamen Mail: "Für das fliegende Personal bedeutet dieses Ergebnis zwar massive Zugeständnisse, sie sind aber ein Grundstein für die wirtschaftliche Sanierung unserer Firma". Alle fliegenden AUA-Mitarbeiter erhalten eine Abschlagszahlung und wechseln dafür in einen einheitlichen und günstigeren KV.  Es gebe die Chance, "eine neue gemeinsame Firmenkultur aufzubauen".

Sparpotenzial

Die Einigung bringt annähernd das selbe Einsparungspotenzial, das durch den Zwangsumstieg der Mitarbeiter auf Tyrolean erzielt worden wäre. In Summe geht es um nachhaltige und einmalige Maßnahmen mit einem Sparpotenzial von rund 80 Millionen Euro – Streichung der automatischen Gehaltsvorrückungen und Inflationsabgeltung, längere und flexiblere Arbeitszeiten sowie eine billigere Betriebspensionslösung für rund 300 langgediente Piloten. Sie sollen nicht mehr 60 Prozent des Letztgehalts garantiert erhalten, sondern eine Rente, die von der Veranlagung der Pensionskasse abhängt.

Ein eigenes Betriebsratsmail an die Mitarbeiter schließt mit folgendem Satz: Das Verhandlungsergebnis sei eine "realistische Chance, eine Katastrophe für unsere AUA und all ihre Mitarbeiter abzuwenden".