Wirtschaft 28.01.2015

Ein Apple-Gewinn für die Geschichtsbücher

Tim Cook hat Grund zur Freude, die interne Rangliste bei Apple führt er dennoch nicht an © Bild: AP/Alexander F. Yuan

18 Milliarden Dollar in drei Monaten: Sensationelle iPhone-Verkäufe bescheren das beste Quartal aller Zeiten.

34.000 iPhones hat Apple zwischen Oktober und Dezember 2014 verkauft. Und zwar pro Stunde. 24 Stunden, jeden Tag, ein ganzes Quartal. Ein Rekord, der selbst Apple-Chef Tim Cook überwältigt: "Diese Verkaufszahlen sind schwer zu begreifen." In Summe wurden im Weihnachtsquartal 74 Millionen Geräte verkauft, vor allem dank der beliebten iPhone 6 und iPhone 6 Plus.

Bestes Quartal aller Zeiten

Dem US-IT-Riesen beschert das einen Gewinn von historischer Dimension: Unfassbare 18 Milliarden Dollar Nettogewinn konnte Apple in den drei Monaten einfahren, ein Sprung von mehr als 38 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der mit Abstand höchste Quartalsgewinn eines Unternehmens aller Zeiten.

Bisher waren in dieser Disziplin Energiekonzerne unschlagbar. Unter den Top 20 finden sich abgesehen von Apple nur noch Exxon Mobile, Royal Dutch Shell und Gazprom. Der russische Eneriegigant war auch bisher der Spitzenreiter. Im ersten Quartal 2011 hatte Gazprom umgerechnet 16,2 Milliarden Dollar verdient.

Die Apple-Zahlen übertrafen die bereits hohen Erwartungen des Marktes noch deutlich, die Aktie sprang nachbörslich um 5,70 Prozent nach oben. Der Konzern sitzt nun auf einem Geldberg von 178 Milliarden Dollar.

Apple Watch ab April

Cook nannte auch erstmals den April als konkreteren Starttermin für die mit Spannung erwartete erste Computeruhr von Apple. Bisher sprach der Konzern nur von Anfang 2015. „Ich nutze sie jeden Tag, ich liebe sie und kann mir kein Leben ohne sie vorstellen“, sagte Cook.

Das iPad-Tablet schwächelte unterdessen auch zu Weihnachten. Die Verkäufe sanken im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 21,42 Millionen Geräte. Cook betonte, er glaube auf lange Sicht weiterhin an die Produktkategorie. Bei den Mac-Computern gab es ein Absatzplus, von der Box Apple TV, die Online-Videos auf den Fernseher bringt, seien 25 Millionen Geräte verkauft worden, sagte Cook.

Währungskurse belasten

Ein zentraler Baustein für das Rekordquartal war der Erfolg in China, wo das iPhone das bestverkaufte Smartphone war. Das ist umso erstaunlicher, da in dem Markt meist günstige Geräte gefragt waren. Der Anteil Chinas am Apple-Geschäft stieg auf mehr als 21 Prozent. Allerdings muss sich Apple auf Gegenwind einstellen: Man werde die ungünstigen Währungskurse zu spüren bekommen, warnte Finanzchef Luca Maestri.

Der Reichtum, der über Forrest Gump im gleichnamigen Kinofilm mit den Aktien von "irgendeiner Obstfirma" ausbrach, war im übrigen kein Hollywood-Hirngespinst. Wer 1984, als der erste Macintosh-Computer in die Läden kam, den Kaufpreis von 2495 Dollar in Apple-Aktien investiert hätte, dürfte sich inzwischen über knapp 672.000 Dollar freuen, berechnete Spiegel Online.

Erstellt am 28.01.2015