Effizientere Euro-Finanzspritzen gefordert

Kapitalspritzen direkt: Der EFSF würde dadurch Miteigentümer bei den Banken werden.
Foto: rts

Die europäische Bankenaufsicht schlägt vor, Gelder aus dem Rettungsfonds direkt an marode Banken auszubezahlen. Und nicht über den Umweg der Staaten.

Die europäische Bankenaufsicht ist einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge besorgt über die Kapitalausstattung europäischer Banken und schlägt daher vor, dass der Euro-Rettungsfonds (EFSF) fortan direkt Geld an angeschlagene Banken geben darf. EBA-Chef Andrea Enria plane, ein entsprechendes Schreiben an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister zu schicken. Mit direkten Kapitalspritzen würde der EFSF zum Miteigentümer der unterstützten Geldhäuser. Bisher darf der Fonds nur Staaten Geld leihen - diese wiederum können es aber, wie im Fall Irland, an Banken weiterreichen.

Bei Verwirklichung des Vorschlags könnte der Rettungsfonds bei Bedarf schneller handeln und notleidende Banken mit einem dickeren Kapitalpolster ausstatten, schrieb die Zeitung. Die Mehrheit der 27 EBA-Länder habe den Plan bereits gutgeheißen. Deutschland allerdings sei strikt gegen mehr Befugnisse für den EFSF, so die Zeitung unter Berufung auf einen "deutschen Insider".

Lagarde: Banken brauchen dringend Geld

Die Bankenaufsicht EBA hatte im Juli die Ergebnisse ihres jüngsten Stresstests von 91 europäischen Banken veröffentlicht. Dabei fielen nur acht Banken durch, unter ihnen fünf spanische Institute. Die Stresstests sollten die Widerstandsfähigkeit von Banken im Falle einer Krise überprüfen. Die EBA hatte sich dazu Krisenszenarien ausgedacht, die die Banken durchrechnen mussten.

Am Wochenende hatte die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, mit ihrer Forderung Aufsehen erregt, die europäischen Banken dringend mit Kapital zu versorgen. Nur so könnten sie den Risiken widerstehen, die angesichts der Schuldenkrise und des schwachen Wirtschaftswachstums drohten.

Der europäische Rettungsfonds verfügt über 725 Mrd. Euro von Euro-Ländern, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF). Er soll 2013 auslaufen und von einem ständigen Krisenmechanismus abgelöst werden.

(apa / dk) Erstellt am
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