Edelmetalle: Keine Angst vor weiterem Absturz

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Foto: Reuters/MICHAEL DALDER Mit Gold und Silber fährt man derzeit gut.

Konjunkturelle Erholung zieht Preise für Metalle mit, Gold durch Minen-Schließungen gestützt.

Gold-Anleger waren im Vorjahr nicht mit Glück gesegnet. Die Entspannung der Euro-Krise hat die Nachfrage nach dem Edelmetall, das weltweit als Notfalls-Währung gehortet wird, gedrückt. Der Preis ist im Vorjahr um 27 Prozent gefallen. Dass auch heuer ein Verlustjahr wird, ist aber nicht zu erwarten. Am Mittwoch ist der Goldpreis auf den höchsten Stand seit etwa einem halben Jahr gestiegen. Eine Feinunze kostete 1.362,24 Dollar (983,57 Euro).

Ausschlaggebend dafür ist weniger der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der den Goldpreis wieder nach oben getrieben hat, als vielmehr eine wirtschaftliche Tatsache: "Bei 1200 Dollar je Feinunze Gold liegt ein natürlicher Preisboden. Wenn der Goldpreis darunter fällt, schließen Minen, weil die Produktionskosten nicht mehr gedeckt sind", erklärt Isabella Schmid, Associate Director für Deutschland, Österreich und Osteuropa von ETF Securities.

Gold im Tresor

Das britische Investmentunternehmen ist Rohstoffspezialist und bietet Kleinanlegern Veranlagungsmöglichkeiten über sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) und Exchange Traded Commodities (ETC) an. Das ist eine Art Investmentfonds, die an der Börse notieren. "Das gesamte Kapital in unseren ETC ist mit Rohstoffen unterlegt. Für jeden Zufluss im Gold-ETC etwa kaufen wir tatsächlich Gold zu", betont Schmid. Die Barren hinterlegt ETF Securities in den Tresoren der HSBC Bank in London und der UBS in Zürich. Jeder Barren habe eine Seriennummer, die dem Anlageprodukt zugewiesen werde. Im Falle einer Insolvenz von ETF Securities hätte das Unternehmen keinen Zugriff auf das Gold, das treuhändisch für die Anleger gehalten werde.

62 Millionen Dollar seien seit Jahresbeginn in die Gold-ETC der Investmentfirma neu zugeflossen, sagt Schmid, die für 2014 keine großen Preissprünge erwartet: "Ich erwarte den Goldpreis in einer Bandbreite zwischen 1300 und 1400 Dollar je Feinunze."

Silber stärker gefragt

Doppelt so hohe Zuflüsse wie in Gold-ETC gab es bei dem Investmentunternehmen heuer in Silber-ETC. "Silber ist der volatile Partner von Gold, da Silber auch von der Industrie nachgefragt wird und stärker an der Konjunktur hängt", erklärt Schmid. Große Gewinne dürfte es bei Silber aber heuer nicht geben. "Unsere Prognose lautet: ein Preisband von 19 bis 21 Dollar", erklärt die Rohstoff-Expertin. Das größte Augenmerk legen die ETF Securities-Spezialisten heuer auf Platin und Palladium. Beide Metalle werden vor allem von der Automobilindustrie nachgefragt – Platin für Dieselmotoren und Palladium für die Benziner.

"Die Autoindustrie ist gut ins Jahr 2014 gestartet. Das sorgt für starke Nachfrage", sagt Schmid. Zusätzlicher Antrieb für die beiden Metalle kommt von Problemen der Anbieter: Minenarbeiter in Südafrika streiken derzeit außerhalb der traditionellen Streiksaison, die Lager der Minenbetreiber leeren sich allmählich. Und etwaige Sanktionen gegen Russland gefährden den Palladium-Nachschub.

(kurier) Erstellt am
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