DiTech-Chef Damian Izdebski macht ein Drittel des Geschäfts online. Und am meisten Umsatz vor Weihnachten.

© gilbert novy

DiTech
12/02/2013

Billig sein reicht nicht mehr

Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist vorbei, beobachtet der Computerhändler

von Simone Hoepke

Für Händler von Smartphones, die gern einmal knapp 800 Euro kosten, kann Weihnachten ja nur ein gewinnbringendes Geschäft werden, könnte man denken. Ganz so einfach ist die Rechnung aber nicht, meint Damian Izdebski, Firmengründer und Geschäftsführer des Computerhändlers DiTech. Die Handelsspannen seien gering, bei einem 800-Euro-Handy würden nur rund 30 Euro beim Händler hängen bleiben.

Fest steht, dass das Weihnachtsgeschäft bei vielen Händlern darüber entscheidet, ob in der Bilanz unterm Strich ein Plus oder Minus steht. DiTech macht traditionell rund 16 Prozent des Jahresumsatzes im Dezember. Ein knappes Drittel davon im Webshop.

Schluss mit Geiz ist geil

Laut Izdebski agieren Online-Kunden heute anders als noch vor ein paar Jahren. Die Geiz-ist-geil-Mentalität sei größtenteils Geschichte, die Zeiten, in denen die Teile für einen Computer bei fünf unterschiedlichen Billigstbietern bestellt wurden, vorbei. „Wahrscheinlich, weil viele damit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sei es bei der Verfügbarkeit der Waren oder bei Reklamationen.“

Izdebski glaubt, dass viele Konsumenten nun auch mehr schauen, wer hinter einem Online-Shop steckt. „Der Zeitpunkt kommt, an dem die Leute erkennen, dass sie dem lokalen Markt schaden, wenn sie bei Firmen kaufen, die in Österreich keine Jobs schaffen und keine Steuern zahlen.“ Eine Portion Wunschdenken dürfte in dieser Aussage wohl mitschwingen. Schließlich hat DiTech in Österreich 23 Standorte und beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter. Die Kostenstruktur ist damit freilich eine andere, als bei reinen Online-Händlern. Die umsatzstärksten Online-Händler in Österreich – von Amazon über Otto bis Zalando – haben ihren Firmensitz ohnehin nicht in Österreich. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zweite Euro, den die Österreicher beim Onlineshopping ausgeben, auf ein ausländisches Konto fließt. Das liegt allerdings auch daran, dass jeder zweite österreichische Händler überhaupt keinen Online-Shop betreibt.

Das Kölner Institut EHI attestiert DiTech jedenfalls, der größte österreichische Online-Händler im Land zu sein. Das Geschäft im Web sorge auch für Frequenz im Laden, sagt Izdebski. Viele Kunden würden sich die online bestellte Ware ins Geschäft liefern lassen oder sich zuerst im Laden beraten lassen und dann spätnachts übers Internet bestellen. Hier sieht sich der DiTech-Chef gegenüber dem Branchenriesen MediaMarkt/Saturn, der das Internet-Geschäft lange verschlafen hat und nun aufholen will, klar im Vorteil. Izdebski: „Bei MediaMarkt/Saturn steht der Webshop ja in Konkurrenz zur Filiale. Kein Filialleiter wird also ein Interesse daran haben, dass Umsätze ins Web abwandern. Ich bin entspannt.“

Izdebski, der nach einem ambitionierten Wachstumskurs bei DiTech mit Liquiditätsproblemen gekämpft hat, hat sich in der Zwischenzeit mit den Banken geeinigt. In den kommenden Jahren will er den Umsatz jährlich um 15 Prozent steigern.

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