Bargeldlose Zahlungsmittel werden gerne von Österreichern genutzt.

© /Eva Katalin Kondoros/IStockphoto.com

Umfrage
05/13/2016

Einfache Lösungen sind gefragt

So denken die Österreicher über bargeldloses Zahlen und neue Techniken.

Laut einer Umfrage, die Gallup ein Mal im Jahr für Mastercard durchführt, nutzten in den vergangenen Jahren konstant um die 90 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen bargeldlose Zahlungsmittel. Abgesehen davon, dass in Österreich immer noch rund 70 bis 80 Prozent der Geldtransaktionen bar erfolgen, und die Abschaffung des 500- Euro-Scheins für Aufregung sorgt, ist bargeldloses Zahlen also prinzipiell angekommen.

Auch bei den verschiedenen bargeldlosen Zahlungsmethoden lassen sich größtenteils keine großen Unterschiede zwischen den letzten Jahren feststellen. Am beliebtesten sind die Bankomat-, Bank-, oder EC-Karten, dann folgt die Kreditkarte und immerhin noch über 60 Prozent wissen vom Quick-Bezahlsystem, das allerdings 2017 eingestellt wird. Fast die Hälfte kennt die Möglichkeit, mit dem Handy zu zahlen. Die größte Änderung gibt es bei der Bekanntheit des kontaktlosen Zahlens mittels Bankomatkarte mit einer Steigerung um 10 Prozentpunkte auf 57 Prozent. Danach folgen Paypal und die Kreditkarte.

Jüngere nutzen schon NFC

Am häufigsten kommt die Bankomatkarte zum Einsatz. Da kleinere Beträge meist noch in bar bezahlt werden finden typische Zahlungen mit der Bankomatkarte vor allem an der Tankstelle und bei Mode- und umfangreicheren Lebensmitteleinkäufen statt. Gestiegen ist die Nutzung der Bankomatkarte im Urlaub. Im Geschäft zahlen mit der Bankomatkarte häufiger jüngere Menschen, während die Nutzung bei älteren Konsumenten etwas schwächer ausfällt. Dies sieht man auch beim kontaktlosen Zahlen, das von Jüngeren sichtbar besser angenommen wird. Der bewusste Besitz einer NFC-Karte ist im letzten Jahr von 37 auf 45 Prozent gestiegen. Damit ist auch die praktische Erfahrung gestiegen. Bei den 18- bis 19-Jährigen haben immerhin schon 85 Prozent der Besitzer mittels NFC gezahlt. Bekannte Möglichkeiten, mit NFC zu zahlen sind in erster Linie Lebensmittelhändler und Einzelhandel. Bei kleineren Beträgen kann auch dort ohne PIN-Eingabe bezahlt werden, wodurch das Tempo erhöht wird. Ursula Swoboda von GFK erklärt dazu: "Rund zwei Drittel der Österreicher kennen die Möglichkeiten, mittels NFC-Funktion Zahlungen vorzunehmen. Genutzt wird diese Variante vor allem für kleinere Beträge zwischen 11 und 20 Euro."

Die Kreditkarte wird von Männern und Frauen gleichermaßen genutzt. Die Nutzungshäufigkeit nimmt allerdings mit dem Alter ab – merkbar bei Konsumenten, die älter als 50 Jahre sind, bei den ab 60-Jährigen sinkt die Benutzerzahl weiter. Bei Zahlungen im Internet dominieren Kreditkarte und Paypal. Offenheit für das Zahlen auf dem Smartphone zeigen vor allem wieder die Jüngeren. Insgesamt könnten sich rund 40 Prozent der Smartphone-User vorstellen, künftig mit dem Handy zu bezahlen.

Günter Haunlieb von Gallup nennt in erster Linie die bequeme, nutzerfreundliche Abwicklung und das unmittelbare positive Feedback als Hauptgründe für Nutzer kontaktlose Zahlungsmethoden zu nutzen. Das bestätigt auch Ursula Swoboda von GfK: "Wenn es um kontaktloses Zahlen geht, gibt es drei Schlagworte, die den Österreichern besonders wichtig sind: Schnelligkeit, Einfachheit und Bequemlichkeit. Sicherheit rangiert hier nicht an oberster Stelle – dies ist ein Kriterium, das ohnehin Grundvoraussetzung ist." Im Interview erklärt Günter Haunlieb, auf welche Akzeptanz die verschiedenen Bezahlmodelle inzwischen stoßen.

Gibt es in Ihren jährlichen Untersuchungen noch signifikante Änderungen bei der Nutzung von Kartenzahlungen?

Günter Haunlieb: Das Niveau der Nutzung ist auf sehr hohem Niveau stabil. Nur bei älteren Konsumenten über 60 Jahre existieren zum Teil noch Ressentiments – diese erodieren jedoch aus verständlichen Gründen. Neun von zehn Personen bewerten das Zahlen mit der Maestro Bankomatkarte sehr positiv.

Wie bekannt ist kontaktloses Zahlen und das Zahlen mit dem Smartphone, und wie wird dieses aufgenommen?

Bei Maestro Contactless konnte die sehr positive Einstellung zum Thema kontaktloses Zahlen auf beachtliche 49 Prozent gesteigert werden. Darüber hinaus bewerten 58 Prozent die Möglichkeit des Zahlens mit dem Smartphone als sehr wichtig oder wichtig. Die wichtigste Rolle für die Bekanntheit von NFC kommt dabei den Banken zu, gefolgt von sozialem Umfeld und Werbung.

In welchen Segmenten wird kontaktloses Zahlen oder Zahlen auf dem Handy besonders gut angenommen?

Kontaktloses Zahlen wird sehr gut im Lebensmitteleinzelhandel und im Handel generell angenommen – speziell im Lebensmitteleinzelhandel bringt kontaktloses Zahlen größere Geschwindigkeit und Hygiene. Letzteres hat eine sehr positive Resonanz, zum Beispiel in Bäckereien. Für Zahlen mit dem Handy gibt es keinen diesbezüglichen empirischen Befund.

Mit welchen Mitteln zahlen die Nutzer online und im Internet?

Am häufigsten wird mit Kreditkarte, Rechnung nach Lieferung, Sofortüberweisung und Paypal bezahlt. Hier besteht noch klarer Kommunikationsbedarf für die eCommerce-Fähigkeit der Bankomatkarte, diese kann schließlich problemlos für den Onlineeinkauf eingesetzt werden.

Welche sind die entscheidenden Kriterien, damit neue Finanzservices angenommen werden?

In erster Linie geht es hier um ein Convenience-Versprechen, das auch eingelöst wird und um ein unmittelbares positives Feedback durch die Nutzung.

Wo sehen Sie Bedarf, auch in der Kommunikation, damit die Angebote noch besser angenommen werden?

Erst einmal müssen Angst auf Kundenseite abgebaut, hohe Sicherheitsstandards garantiert und die Vielfalt der Möglichkeiten, die Maestro Bankomatkarten bieten, aufgezeigt werden. Dazu gehören das kontaktlose Zahlen, weltweite Verfügbarkeit oder auch Maestro eCommerce – gerade in der Reisesaison müssen die Vorteile klar kommuniziert werden.

- von Martin Mühl

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