Um Kindern früh den Umgang mit Computern beizubringen, schaffen immer mehr Schulen günstige Laptops an - darunter auch Google Chromebooks, die oft unter 200 Dollar erhältlich sind

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Aufbauarbeit
05/09/2016

Eine neue Bildungsrevolution

Digitales Lernen ist effektiv und effizient – wenn man die richtigen Tools benutzt.

Bildungsexperten verfolgen die Entwicklung des digitalen Lernens in den USA derzeit mit Staunen. Education Technology, kurz EdTec, nennen die Amerikaner das neue Feld, für das auch die Investoren im Silicon Valley brennendes Interesse zeigen – in die Entwicklung neuer Bildungsplattformen wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als zwei Mrd. US-Dollar investiert. Die digitalen Möglichkeiten werden das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer radikal umwälzen: Lernformen werden individueller, Schülerinnen und Schüler erstellen Lehrpläne selbst, individuelle Talente rücken in den Vordergrund. Damit sollen Lehrer irgendwann in der Lage sein, nicht mehr den Stoff, sondern tatsächlich die Kinder und Jugendlichen zu unterrichten. Die Welle des online gestützten Lernens wird früher oder später nach Europa überschwappen, nur wann, ist noch ungewiss. "Genau genommen war bereits die Entwicklung der Montessori-Pädagogik eine Form der Gamifizierung. Das liegt daran, dass das spielerische Erfahren eine sehr natürliche Form des Lernens darstellt. Schon das Kleinkind lernt spielerisch. Insofern ist die Digitalisierung des Schulunterrichts ein Anstoß zur Neuentdeckung der Gamifizierung des Lernens geworden", erklärt Michael Wagner, Professor für Digital Media an der Drexel University.

Verstehen und Vertiefen

Einer jener Trends, die das digitale Lernen in den kommenden Jahren bestimmen werden, bezieht sich auf "adaptives Lernen". Dabei erfasst ein elektronisches System die Bedürfnisse des Lernenden und unterbreitet ihm Vorschläge für den weiteren Lernprozess. Der Computer bzw. das Lernsystem wird also zum "Lernassistenten". Durch die Messung verschiedener Nutzungsparameter ("Learning Analytics"), und im Vergleich mit anderen Nutzern, können Lernfortschritte dokumentiert und individuelle Lernangebote gemacht werden. "Die wahrscheinlich spannendsten Learntec-Firmen wie Knewton beschäftigen sich derzeit mit Learning Analytics und Assessment. Es entstehen mit dieser Technologie adaptive Lernumgebungen, die den Benutzern eine individuelle und selbst gesteuerte Lernerfahrung bieten, das sogenannte One-to-one-Learning. Das hat riesige Vorteile und unterstützt individuelle Lerngeschwindigkeiten und Fähigkeiten. Dabei werden allerdings auch schützenswerte Informationen, wie Stärken und Schwächen der Benutzer, gesammelt", erläutert Jörg Hofstätter von der Wiener Edutainment-Agentur Ovos.

Auch im deutschsprachigen Raum gibt es bereits gut vernetzte Unterrichtsplattformen, die von Lehrern und Schülern – vorerst noch auf eigene Kosten – genutzt werden. "Getrieben werden die Entwicklungen bisher vom sogenannten 'Nachmittagsmarkt', also von Nachhilfeplattformen. Anwendungen wie Sofatutor oder Scoyo kosten nicht wenig, sind aber immer noch billiger als Nachhilfelehrer. Und für die sind Eltern ja auch gewohnt zu bezahlen."

Die Florida Virtual School besteht seit Jahren nur im Netz, mit derzeit gut 200.000 Schülern und 1000 Lehrern. Überdurchschnittlich viele Schüler wohnen auf dem Land, wo kaum eine weiterführende Schule ein so breites Fächerangebot zu bieten hat wie die Klasse im Netz. Bei vergleichenden Tests schneiden die Schüler in praktisch allen Disziplinen besser als ihre Kollegen ab. Zugleich liegen die Schulkosten um zehn Prozent niedriger. Virtuelle Bildung ist keine Zukunftsvision mehr. Sie macht das Lernen leichter und individuell angepasster. Dabei wird nicht mehr nur Wissen, sondern auch der effiziente Zugang zum Wissenspool vermittelt. Fraglich bleibt jedoch: Machen uns digitale Tools in Zukunft auch wirklich schlauer?

E-Learning-Tools

Sofatutor
Sofatutor bietet alles, was man sich von Online-Nachhilfe für Schule und Universität erhofft: Lernvideos, interaktive Übungen, Live-Chats und auf Wunsch Einzel-Unterricht von zu Hause aus. Eine eigene Österreich-Version ist auf den hiesigen Lehrplan abgestimmt.

Moodle
In den digitalen Kursräumen können Teilnehmer auf Arbeitsmaterialien zugreifen, sich in Foren austauschen oder Abstimmungen und Evaluationen durchführen. Zudem ist die termingerechte Bearbeitung von Aufgaben in Lernlektionen möglich und noch einiges mehr.

Repetico
Das digitale Lernkarteisystem bietet zahlreiche Features, die nachhaltiges Lernen leichter und erfolgreicher machen. Gemeinsam mit Freunden können Karteikarten im Team erstellt werden und man motiviert sich gegenseitig.

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