Wirtschaft
08.01.2013

Diesel-Pkw bleiben beliebt

Die Anzahl der Diesel-PKW in Österreich hat sich seit 1995 auf 2,76 Millionen verdreifacht.

Pro 1000 Einwohner gibt es in Österreich doppelt so viele Diesel-Pkw wie in Deutschland und drei Mal so viel wie in der Schweiz. Das zeigt eine Erhebung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Seit 1995 hat sich die Zahl der Diesel-Pkw auf 2,57 Millionen verdreifacht. Gleichzeitig ging die Zahl der Benziner um 770.000 zurück. Der Dieselanteil bei den Pkw beträgt rund 57 Prozent. Die Neuanmeldungen stiegen in den ersten drei Quartalen 2012 um 1,1 Prozent, während die Zahl der Neu-Zulassungen benzinbetriebener Wagen im selben Zeitraum um 7,1 Prozent einbrach.

„Der Diesel-Boom ist ein Gesundheitsrisiko“, meint VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Denn ältere Diesel-Pkw würden hohe Feinstaub-Emissionen verursachen. „Rund 1,7 Millionen Diesel-Pkw in Österreich haben keinen serienmäßig eingebauten Partikelfilter.“ Diesel sei auch wegen der Stickoxid-Emissionen schädlich für Umwelt und Gesundheit.

„Erst mit der Abgasnorm Euro 6, die ab 2015 gilt, werden Diesel-Pkw etwa gleich viel Schadstoffe verursachen wie Benziner“, sagt Rasmussen. Sie fordert daher die Abschaffung der steuerlichen Bevorzugung (8,5 Cent je Liter) von Diesel-Kraftstoff.

Davon hält ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch nichts. „Die Feinstaub-Bilanz war noch nie so gut, und die alten Dieselautos sterben kontinuierlich aus.“ Neue Modelle seien extrem umweltschonend und sparsam unterwegs, auch die oft kritisierten SUV. Und die CO2-Emissionen seien bei Benzinern nur unwesentlich geringer.

Chinesischer Investor

Auf Abgasreduktion setzt auch der deutsche Hersteller Daimler. Nach dem Rückzug seines größten Einzelinvestors Aabar aus Abu Dhabi erhält der Autobauer laut der staatlichen chinesischen Zeitung People's Daily einen neuen Großaktionär. Der Staatsfonds China Investment Cooperation (CIC) will vier bis zehn Prozent der Anteile im Wert von 1,8 bis 4,5 Mrd. Euro kaufen. Weder der Fonds noch Daimler wollten den Bericht kommentieren. Eine Beteiligung wäre für Daimler auch strategisch wichtig, denn in China schwächelt der Konzern und fährt der Konkurrenz spürbar hinterher.

Auch für Audi wird China immer wichtiger. Die Volkswagen-Tochter steigerte im Vorjahr den Absatz im Land um ein Drittel auf 406.000 Stück. Nahezu jeder dritte Neuwagenkäufer der Ingolstädter ist mittlerweile ein Chinese.