Wirtschaft
02.01.2012

Deutschland meldet Rekordbeschäftigung

Trotz Krise ist 2011 das beste Konsumjahr seit über einem Jahrzehnt. 41 Millionen hatten Arbeit. Doch 2012 steuert die Euro-Zone auf eine Rezession zu.

Deutschland, Europas Wirtschaftsmotor, beendet das Krisenjahr mit zwei Rekorden - positiven, wohlgemerkt: Unsere Nachbarn konsumierten 2011 so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und auch die Beschäftigung stieg mit 41 Millionen auf ein Rekordhoch.

Es sind Zahlen, die angesichts der monatelangen Krisenhysterie Fragen aufwerfen: Wo ist nur die Krise geblieben? Oder vielmehr: Sind Triple-A-Länder wie Deutschland und Österreich im abgelaufenen Jahr noch glimpflich davon gekommen und wird die Realwirtschaft erst 2012 einbrechen?

Rezession ja, Weltuntergang nein

Der Maya-Kalender prophezeit bekanntlich für Ende 2012 den Weltuntergang. Das wird uns wohl erspart bleiben. Dass es 2012 mit der Wirtschaft in Euroland, darunter in Österreich, allerdings abwärts geht, sehen die meisten Wirtschaftsexperten. Die Industrie werde der Konjunkturabkühlung und der Schuldenkrise Tribut zahlen. Pessimisten schließen eine Rezession nicht aus.

Wuchs die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr noch um rund drei Prozent, rechnen Experten für heuer nur mit einem Mini-Wachstum von rund 0,5 Prozent. Die Raiffeisen Bank International erwartet für Österreich ein Minus von 0,5 Prozent (nach einem BIP-Plus von 3,2 Prozent heuer.

Auch Wolfgang Schäuble, als deutscher Finanzminister den Fakten verhaftet, befürchtet, dass die Herausforderungen für Deutschland angesichts der Schuldenkrise und des globalen Konjunkturabschwungs im neuen Jahr noch größer werden. "2012 wird wahrscheinlich schwieriger als 2011", sagte der CDU-Politiker der Bild-Zeitung.

Die deutsche Wirtschaft sei aber "gut aufgestellt". Es seien "richtige und wichtige Weichenstellungen vorgenommen" worden. Zur Stabilisierung der Eurozone müssten allerdings noch viele Staaten ihre Hausaufgaben erledigen, so Schäuble.

Fokus Deutschland

Konsum Trotz Euro-Schuldenkrise und eingetrübter Konjunkturaussichten ist 2011 das beste Konsumjahr in Deutschland seit über einem Jahrzehnt gewesen. Die Ausgaben der Verbraucher seien um mindestens 1,2 Prozent gestiegen, berechnete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ( DIHK). Der DIHK rechne auch nicht damit, dass Deutschland wegen des schwierigen konjunkturellen Umfelds vor einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung stehe. Der Verband erwarte sowohl für das vierte Quartal 2011 als auch für das erste Quartal 2012 zumindest eine "schwarze Null", hieß es weiter.

Arbeit Die gute Konjunktur hat die Beschäftigung in Deutschland 2011 auf ein Rekordhoch getrieben. 41,04 Millionen Menschen waren im Jahresschnitt unselbstständig beschäftigt und damit so viel wie nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im laufenden Jahr weiter steigt. Das Plus dürfte wegen der erwarteten Konjunkturflaute aber deutlich geringer ausfallen.